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Federlibelle

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Tierart – Insekten > Libellen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Platycnemis pennipes (Pallas, 1771)
  • Ordnung: Libellen (Odonata)
  • Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
  • Familie: Federlibellen (Platycnemididae)
  • Gattung: Platycnemis
  • Lebensraum: Langsam fließende und stehende Gewässer, Flussauen, Wiesenbäche
  • Körperlänge: 35–37 mm
  • Flügelspannweite: ca. 40–48 mm
  • Gewicht: unter 1 g
  • Lebenserwartung (Imago): ca. 4–6 Wochen

Aussehen & Merkmale

Die Gemeine Federlibelle – auch Blaue Federlibelle genannt – gehört zu den zierlichen Kleinlibellen. Ihr Körperbau ist schlank und langgestreckt, wie es für Vertreter der Unterordnung Zygoptera typisch ist. Das auffälligste Merkmal und Namensgeber der Art sind die seitlich abgeflachten, verbreiterten Schienen (Tibien) an den mittleren und hinteren Beinpaaren. Diese blattartigen Erweiterungen erinnern an kleine Federn und unterscheiden Platycnemis pennipes deutlich von anderen Kleinlibellen wie den Azurjungfern (Coenagrionidae).

Männchen und Weibchen lassen sich gut voneinander unterscheiden. Die Männchen zeigen eine blass bläulich-weiße Grundfärbung mit feiner schwarzer Zeichnung auf dem Hinterleib (Abdomen). Die Thoraxoberseite trägt zwei dunkle Längsstreifen. Weibchen sind hingegen gelblich-grün bis cremefarben gefärbt und insgesamt unauffälliger. Beide Geschlechter besitzen hyaline, also durchsichtige Flügel mit einem hellen Flügelmal (Pterostigma). Die Augen sind bei Männchen bläulich, bei Weibchen eher grünlich getönt. In Ruhestellung werden die Flügel – wie bei allen Kleinlibellen – zusammengelegt über dem Hinterleib getragen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gemeinen Federlibelle erstreckt sich über weite Teile der westlichen Paläarktis. Die Art kommt von Westeuropa über Mitteleuropa bis nach Zentralasien vor. In Deutschland ist sie weit verbreitet und gehört in vielen Regionen zu den häufigen Libellenarten. Im Norden Europas erreicht sie etwa Südschweden, im Süden die Mittelmeerländer.

Als Habitat bevorzugt P. pennipes langsam fließende Gewässer wie Wiesenbäche, Gräben, Kanäle und die Uferzonen von Flüssen. Auch an stehenden Gewässern wie Teichen, Weihern und Altarmen ist die Art regelmäßig anzutreffen. Entscheidend für das Vorkommen ist eine ausgeprägte Ufer- und Wasservegetation, die als Ansitz, Eiablagesubstrat und Schutz vor Prädatoren dient. Stark beschattete, schnell fließende oder vegetationsarme Gewässer werden gemieden. Die Art besiedelt Biotope vom Tiefland bis in mittlere Höhenlagen, selten über 800 Meter.

Ernährung

Wie alle Libellen ist die Gemeine Federlibelle ein Prädator. Die adulten Tiere (Imagines) erbeuten kleine Fluginsekten wie Mücken, Blattläuse und andere Zweiflügler. Die Jagd erfolgt überwiegend als Ansitzjäger: Die Libelle sitzt auf Halmen oder Blättern in Gewässernähe und startet von dort kurze Fangflüge. Im Vergleich zu Großlibellen (Anisoptera) ist der Flug eher flatternd und wenig ausdauernd.

Die Larven (Prolarven und spätere Larvenstadien) leben aquatisch und ernähren sich von Kleinstlebewesen im Wasser. Zu ihrer Beute zählen Wasserflöhe, Zuckmückenlarven und andere Wirbellose. Die Nahrungsaufnahme erfolgt über die typische Fangmaske (Labium), ein umgebildetes Mundwerkzeug, das blitzschnell vorgeschnellt wird.

Verhalten & Lebensweise

Die Flugzeit der Gemeinen Federlibelle erstreckt sich in Mitteleuropa von Mai bis September, mit einem Schwerpunkt im Juni und Juli. Die Art ist tagaktiv und bei warmer, sonniger Witterung besonders aktiv. An trüben oder kühlen Tagen ziehen sich die Tiere in die Vegetation zurück.

Männchen besetzen keine festen Reviere im eigentlichen Sinne, zeigen aber ein gewisses Territorialverhalten an geeigneten Eiablageplätzen. Sie patrouillieren locker entlang der Ufervegetation und suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen. Im Vergleich zu vielen Azurjungfern sind Federlibellen insgesamt weniger aggressiv gegenüber Artgenossen. Abseits der Gewässer können die Tiere auch auf Wiesen und an Waldrändern angetroffen werden, wo sie jagen oder ruhen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung beginnt mit dem Ergreifen des Weibchens durch das Männchen. Dieses klammert sich mit seinen Hinterleibsanhängen (Cerci) am Prothorax des Weibchens fest, wodurch das sogenannte Tandem entsteht. Vor der eigentlichen Kopulation bildet das Paar das für Libellen charakteristische Paarungsrad: Das Weibchen biegt seinen Hinterleib nach vorne zum sekundären Kopulationsorgan des Männchens am zweiten Abdominalsegment.

Die Eiablage erfolgt in Tandemstellung. Das Weibchen sticht mit seinem Legebohrer (Ovipositor) Eier in schwimmendes oder flutende Pflanzengewebe ein – bevorzugt in Halme von Binsen, Laichkräutern oder Wasserhahnenfuß. Dabei taucht das Weibchen den Hinterleib unter die Wasseroberfläche, während das Männchen es weiterhin im Tandem festhält und so vor Konkurrenten schützt.

Die Larvalentwicklung dauert etwa ein bis zwei Jahre, abhängig von Wassertemperatur und Nahrungsangebot. Die Larven durchlaufen rund zehn bis zwölf Häutungsstadien. Sie sind schlank, t