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Falkenlibelle

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Tierart – Insekten > Libellen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cordulia aenea (Linnaeus, 1758)
  • Ordnung: Libellen (Odonata)
  • Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
  • Familie: Falkenlibellen (Corduliidae)
  • Gattung: Cordulia
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, Moorgebiete, Waldteiche
  • Körperlänge: 47–55 mm
  • Flügelspannweite: 65–75 mm
  • Gewicht: ca. 0,5–1 g
  • Lebenserwartung: Larvalstadium 2–3 Jahre; Imagines (Fluginsekten) leben wenige Wochen bis ca. 2 Monate

Aussehen & Merkmale

Die Gemeine Falkenlibelle – so die vollständige deutsche Bezeichnung – gehört zu den mittelgroßen Großlibellen Mitteleuropas. Der gesamte Körper wirkt kompakt und kräftig gebaut. Kopf und Thorax sind dunkel metallisch grün bis bronzefarben gefärbt, was der Art auch den Beinamen „Bronzelibelle" eingetragen hat und sich im wissenschaftlichen Artnamen aenea (lateinisch für „ehern, bronzen") widerspiegelt.

Das Abdomen ist schlank, leicht keulenförmig verdickt und ebenfalls dunkel metallisch schimmernd. An den vorderen Hinterleibssegmenten zeigen sich bei frisch geschlüpften Tieren feine, gelbliche Seitenflecken, die mit zunehmendem Alter verblassen. Die Augen sind im Adultstadium leuchtend smaragdgrün und berühren sich an der Scheitellinie – ein typisches Merkmal der Großlibellen. Die Flügel sind hyalin (durchsichtig) mit einer leicht bernsteinfarbenen Tönung an den Basen. Das Flügelmal (Pterostigma) ist dunkelbraun bis schwarz.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nur geringfügig. Männchen besitzen am zweiten und dritten Abdominalsegment ein sekundäres Kopulationsorgan, und ihr Hinterleibsende trägt die für die Gattung typischen oberen Analanhänge. Weibchen sind etwas robuster gebaut und verfügen über eine kurze, lappenförmige Legeklappe.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Cordulia aenea erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Die Art kommt von Westeuropa bis nach Japan vor und besiedelt einen breiten Breitengrad von Nordskandinavien bis in den Mittelmeerraum, wobei sie im Süden eher auf höhere Lagen beschränkt ist.

In Mitteleuropa zählt die Falkenlibelle zu den weit verbreiteten, aber nicht häufigen Arten. Ihr bevorzugtes Habitat sind stehende oder sehr langsam fließende Gewässer mit üppiger Ufervegetation. Typische Biotope umfassen mesotrophe bis eutrophe Waldteiche, Moorgewässer, Altarme von Flüssen und Weiher mit umgebenden Gehölzbeständen. Die Nähe von Wald oder zumindest größeren Baumgruppen ist für die Art von hoher Bedeutung, da beide Geschlechter abseits der Fortpflanzungsgewässer oft über Waldlichtungen und entlang von Waldwegen auf Jagdflügen patrouillieren.

Ernährung

Wie alle Libellen ist Cordulia aenea ein reiner Prädator – sowohl als Larve im Wasser als auch als Imago in der Luft. Die im Gewässergrund lebenden Larven erbeuten mit ihrer als Fangmaske ausgebildeten Unterlippe (Labium) kleine Wasserinsekten, Wasserflöhe, Mückenlarven und gelegentlich auch Kaulquappen.

Adulte Falkenlibellen jagen im Flug. Ihre Beute besteht aus Mücken, kleinen Fliegen, Eintagsfliegen und anderen fliegenden Insekten, die sie mit den zu einem Fangkorb geformten Beinen im Flug greifen und noch während des Fluges verzehren. Durch ihr ausgezeichnetes Sehvermögen – die großen Facettenaugen bestehen aus bis zu 30.000 Einzelaugen (Ommatidien) – können sie Beutetiere präzise lokalisieren und mit hoher Treffsicherheit ergreifen.

Verhalten & Lebensweise

Die Flugzeit der Gemeinen Falkenlibelle erstreckt sich in Mitteleuropa von Anfang Mai bis Mitte August, mit dem Hauptauftreten im Juni. Die Tiere sind tagaktiv und bevorzugen warme, sonnige Witterung für ihre Aktivitäten.

Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten und patrouillieren in charakteristischem, raschem Flug entlang der Uferlinie ihrer Fortpflanzungsgewässer. Dabei fliegen sie oft in einer Höhe von ein bis zwei Metern über der Wasseroberfläche und halten sich bevorzugt in windgeschützten Buchten auf. Die Patrouillenflüge sind ausdauernd: Ein Männchen kann sein Revier über Stunden verteidigen und Rivalen durch aggressive Verfolgungsflüge verdrängen.

Abseits der Gewässer sind Falkenlibellen häufig über sonnenbeschienenen Waldwegen und an Waldrändern bei der Nahrungssuche zu beobachten. Diese Jagdreviere werden weniger streng verteidigt als die Fortpflanzungsterritorien. Bei kühlerer Witterung setzen sich die Tiere gelegentlich an besonnten Stellen auf Vegetation oder Totholz, um ihre Körpertemperatur durch Sonnenexposition zu erhöhen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung erfolgt nach einem kurzen Balzflug. Das Männchen ergreift das Weibchen im Flug mit seinen Hinterleibsanhängen am Kopf (Tandemstellung). Das Paar bildet anschließend das für Libellen typische Paarungsrad, in dem die eigentliche Kopulation stattfindet. Dieser Vorgang dauert bei Cordulia aenea nur wenige Sekunden bis Minuten.

Das Weibchen legt die Eier anschließend allein ab. Im wippenden Flug tippt es wiederholt mit der Hinterleibsspitze auf die Wasseroberfläche und gibt dabei jeweils kleine