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Gebänderte Prachtlibelle

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Tierart – Insekten > Libellen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Calopteryx splendens
  • Ordnung: Libellen (Odonata)
  • Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
  • Familie: Prachtlibellen (Calopterygidae)
  • Gattung: Calopteryx
  • Lebensraum: Langsam bis mäßig fließende Gewässer mit schlammigem oder sandigem Grund
  • Körperlänge: 45–48 mm
  • Flügelspannweite: 55–70 mm
  • Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
  • Lebenserwartung: etwa 2 Jahre (davon der größte Teil als Larve); Imagines leben wenige Wochen

Aussehen & Merkmale

Die Gebänderte Prachtlibelle gehört zu den auffälligsten Kleinlibellen Mitteleuropas. Wie alle Vertreter der Unterordnung Zygoptera faltet sie ihre Flügel in Ruhestellung über dem Hinterleib zusammen – ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber den Großlibellen (Anisoptera).

Die Männchen besitzen einen metallisch blaugrün glänzenden Körper. Ihr augenfälligstes Merkmal ist die namensgebende dunkelblaue Binde auf den ansonsten durchscheinenden Flügeln. Diese Binde erstreckt sich über etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Flügelfläche und lässt sowohl die Flügelbasis als auch die Flügelspitze frei. Die Weibchen sind deutlich unauffälliger gefärbt: Ihr Körper schimmert bronzegrün, die Flügel sind gleichmäßig bräunlich-grün getönt und ohne Binde. Beide Geschlechter besitzen große, seitlich am Kopf sitzende Facettenaugen, die einen nahezu vollständigen Rundumblick ermöglichen.

Von der nah verwandten Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) lässt sich das Männchen der Gebänderten Prachtlibelle gut durch die Flügelzeichnung unterscheiden: Bei Calopteryx virgo sind die Flügel fast vollständig dunkelblau gefärbt, während bei Calopteryx splendens stets der charakteristische Bandfleck zu erkennen ist. Bei den Weibchen fällt die Unterscheidung schwerer; hier helfen die Flügeladerung und die Färbung des Flügelmales (Pterostigma).

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gebänderten Prachtlibelle erstreckt sich über weite Teile Europas und reicht ostwärts bis nach Zentralasien. In Europa ist die Art von Südskandinavien bis zum Mittelmeerraum anzutreffen. In den Alpen kommt sie in Höhenlagen bis etwa 800 Meter vor, fehlt jedoch in den Hochlagen.

Ihr bevorzugtes Habitat sind langsam bis mäßig schnell fließende Bäche und kleine Flüsse mit offenen, sonnenbeschienenen Uferbereichen. Die Gewässer weisen idealerweise eine üppige submerse Vegetation sowie schlammigen oder sandigen Grund auf, in dem sich die Larven entwickeln. Kanäle, Wiesenbäche und Flussauen mit naturnaher Uferstruktur gehören zu den typischen Biotopen. Im Gegensatz zur Blauflügel-Prachtlibelle bevorzugt Calopteryx splendens etwas wärmere und nährstoffreichere Gewässerabschnitte mit geringerer Strömungsgeschwindigkeit.

Ernährung

Sowohl die Larven als auch die ausgewachsenen Tiere (Imagines) sind Räuber. Die Larven leben am Gewässergrund oder zwischen Wasserpflanzen und erbeuten dort kleine Wasserinsekten, Würmer und Kleinkrebse. Sie besitzen eine zu einer Fangmaske umgewandelte Unterlippe (Labium), die blitzschnell vorgeschleudert wird, um Beute zu greifen.

Die adulten Libellen jagen im Flug oder von Sitzwarten aus kleine Fluginsekten wie Mücken, Eintagsfliegen und Blattläuse. Ihre Jagdstrategie beruht auf dem hervorragenden Sehvermögen und der hohen Flugwendigkeit. Die Beute wird mit den zu einem Fangkorb geformten Beinen gegriffen und im Flug oder auf einem Ruheplatz verzehrt.

Verhalten & Lebensweise

Die Gebänderte Prachtlibelle ist tagaktiv und bei warmem, sonnigem Wetter besonders lebhaft. Männchen besetzen Reviere entlang der Gewässerufer, die sie gegen Konkurrenten aktiv verteidigen. Die Revierverteidigung erfolgt durch auffällige Schauflüge, bei denen das Männchen die gebänderten Flügel in einem charakteristisch flatternden Flug präsentiert. Dieser sogenannte Schmetterlingsflug unterscheidet sich deutlich vom schnelleren Flug anderer Libellenarten und dient sowohl der Abschreckung rivalisierender Männchen als auch der Anlockung von Weibchen.

Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich in Mitteleuropa von Mai bis September, mit einem Schwerpunkt im Juni und Juli. Außerhalb der Fortpflanzungszeit halten sich die Tiere häufig in ufernahen Wiesen und an Gebüschrändern auf, wo sie auf Sitzwarten ruhen und jagen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz der Gebänderten Prachtlibelle gehört zu den komplexesten unter den europäischen Libellenarten. Das revierbesitzende Männchen führt vor einem anfliegenden Weibchen einen Balzflug aus, bei dem es in einem langsamen, schaukelnden Flug seinen Hinterleib abspreizt und die Flügelbinden präsentiert. Akzeptiert das Weibchen den Partner, setzt es sich in der Nähe des Männchens auf eine Wasserpflanze.

Die Paarung erfolgt in der für Libellen typischen Tandemstellung: Das Männchen ergreift das Weibchen mit seinen Hinterleibsanhängen am Prothorax. Das Weibchen biegt anschließend seinen Hinterleib zum sekundären Kopulationsorgan des Männchens, wodurch die charakteristische Paarungsrad-Stellung entsteht. Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Minuten.

Die Eiablage (Oviposition) erfolgt durch das Weibchen allein. Es sticht die Eier mit dem Legebohrer (Ovipositor) einzeln in weiches