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Diamantschildkröte

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Tierart – Reptilien > Schildkröten – Wasser

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Malaclemys terrapin
  • Ordnung: Testudines (Schildkröten)
  • Familie: Emydidae (Neuwelt-Sumpfschildkröten)
  • Gattung: Malaclemys (monotypisch)
  • Lebensraum: Brackwasserzonen, Salzmarschgebiete, Flussmündungen und Küstenlagunen entlang der nordamerikanischen Atlantik- und Golfküste
  • Größe: Männchen 10–14 cm, Weibchen 15–23 cm (Carapaxlänge)
  • Gewicht: Männchen 200–400 g, Weibchen bis 1.000 g
  • Lebenserwartung: 25–40 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft gelegentlich über 40 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Diamantschildkröte verdankt ihren Namen dem charakteristischen Muster auf den Rückenschilden (Scuta) ihres Carapax. Jeder einzelne Schild weist konzentrische Wachstumsringe auf, die eine deutlich erhabene, diamantförmige Struktur bilden. Die Grundfärbung des Carapax variiert je nach Unterart und Herkunftspopulation von hell graubraun über olivgrün bis nahezu schwarz. Der Bauchpanzer (Plastron) ist gelblich bis grünlich und kann dunkle Flecken oder Zeichnungen aufweisen.

Die Haut der Diamantschildkröte zeigt eine auffällige helle Grundfärbung – oft weiß, grau oder bläulich – mit einem dichten Muster aus dunklen Flecken und Punkten. Kopf und Hals sind besonders kontrastreich gezeichnet. Die Beine tragen Schwimmhäute, die eine effiziente Fortbewegung im Wasser ermöglichen. Der Oberkiefer endet in einer leicht nach unten gebogenen Spitze, die an einen stumpfen Schnabel erinnert.

Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus ist bei dieser Art typisch: Weibchen erreichen deutlich größere Körpermaße und ein höheres Gewicht als Männchen. Männchen besitzen dagegen einen proportional längeren und dickeren Schwanz. Derzeit werden sieben Unterarten anerkannt, darunter Malaclemys terrapin terrapin (Nominatform), M. t. centrata und M. t. macrospilota, die sich in Färbung und Zeichnungsmuster unterscheiden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Diamantschildkröte erstreckt sich entlang der gesamten Atlantikküste der USA von Massachusetts im Norden bis Texas am Golf von Mexiko. Sie ist damit die einzige Schildkrötenart Nordamerikas, die ausschließlich Brackwasserhabitate besiedelt. Ihr bevorzugtes Biotop sind Salzmarschgebiete, Mangrovenküsten, Gezeitenflüsse, Küstenlagunen und die Uferzonen von Ästuaren.

Die Tiere halten sich überwiegend in flachen, geschützten Küstengewässern auf, in denen der Salzgehalt zwischen dem von Süß- und Meerwasser liegt. Innerhalb ihres Habitats nutzen sie Schlickflächen, Seegraswiesen und sandige Uferabschnitte. Zur Eiablage suchen die Weibchen höher gelegene, sandige oder kiesige Strandabschnitte oberhalb der Hochwasserlinie auf. Die Art meidet sowohl reine Süßgewässer als auch das offene Meer.

Ernährung

Die Diamantschildkröte ist carnivor mit einem Schwerpunkt auf hartschaligen Wirbellosen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Schnecken, Muscheln, kleinen Krebstieren wie Strandkrabben und Garnelen sowie Würmern. Gelegentlich werden auch Fische, Insektenlarven und Aas aufgenommen. Die kräftigen Kiefer ermöglichen es den Tieren, selbst robuste Schalen von Gastropoden und Bivalven zu zerdrücken.

Weibchen ernähren sich aufgrund ihrer größeren Körpermasse tendenziell von größeren Beutetieren als Männchen. Jungtiere fressen bevorzugt weichhäutige Invertebraten wie kleine Amphipoden und Schneckenlaich. Die Nahrungsaufnahme erfolgt ausschließlich im Wasser.

Verhalten & Lebensweise

Diamantschildkröten sind tagaktiv und verbringen einen Großteil des Tages mit Nahrungssuche in den flachen Gewässern ihres Lebensraums. Sie sind gute Schwimmerinnen, bewegen sich aber auch am Boden der Gewässer kriechend fort. Regelmäßig sonnen sich die Tiere auf Schlickbänken, Treibholz oder Ufersteinen – ein Verhalten, das der Thermoregulation und der Vitamin-D-Synthese dient.

In den nördlichen Teilen ihres Verbreitungsgebiets halten Diamantschildkröten eine Winterruhe. Ab Oktober graben sie sich in den Schlamm von Gezeitenzonen oder Marschen ein und verbleiben dort bis zum Frühjahr in einem Zustand reduzierter Stoffwechselaktivität. In den südlicheren Populationen, etwa am Golf von Mexiko, ist diese Ruhephase kürzer oder entfällt ganz.

Die Art zeigt eine gewisse Standorttreue: Markierungsstudien haben ergeben, dass viele Individuen über Jahre hinweg im selben Küstenabschnitt verbleiben, ohne größere Wanderungen zu unternehmen. Allerdings legen Weibchen zur Nistzeit teils beträchtliche Distanzen zwischen Nahrungsgewässern und Nistplätzen zurück.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in den Frühling, meist zwischen April und Juni. Männchen suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen und zeigen dabei ein Balzverhalten, das Kopfnicken und Berührungen des weiblichen Panzers umfasst. Ein Weibchen kann Spermien über längere Zeit speichern und so mehrere Gelege aus einer einzigen Paarung befruchten.

Die Eiablage erfolgt zwischen Mai und Juli. Die Weibchen verlassen das Wasser und suchen sandige, sonnige Stellen oberhalb der Flutlinie auf, wo sie mit den Hinterbeinen eine Nistgrube ausheben. Ein Gelege umfasst je nach Körpergröße und Unterart 4 bis 18 ledrige Eier. Die Inkubationszeit