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Höckerschildkröte

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Tierart – Reptilien > Schildkröten – Wasser

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Graptemys spp. (häufigste Art: Graptemys nigrinoda – Schwarzknopf-Höckerschildkröte; bekannteste Art: Graptemys geographica – Landkarten-Höckerschildkröte)
  • Ordnung: Schildkröten (Testudines)
  • Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
  • Familie: Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae)
  • Gattung: Höckerschildkröten (Graptemys)
  • Lebensraum: Fließgewässer, Flüsse und Seen im Süden und Osten Nordamerikas
  • Größe: Männchen 8–16 cm Panzerlänge; Weibchen je nach Art 15–28 cm
  • Gewicht: Männchen 150–400 g; Weibchen 500–2.500 g
  • Lebenserwartung: 15–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 35 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Gattung Graptemys verdankt ihren deutschen Namen einer auffälligen Besonderheit: Entlang des Mittelkiels (Vertebralkiel) des Carapax – also des Rückenpanzers – tragen die Tiere deutlich erhöhte, knöcherne Höcker. Diese Höcker variieren je nach Art stark in Form und Ausprägung. Bei manchen Arten wie der Mississippi-Höckerschildkröte (Graptemys pseudogeographica) sind sie stumpf und niedrig, bei anderen wie der Schwarzknopf-Höckerschildkröte (Graptemys nigrinoda) spitz und markant. Mit zunehmendem Alter schleifen sich die Höcker teilweise ab, bleiben aber stets erkennbar.

Die Grundfärbung des Carapax ist olivgrün bis dunkelbraun. Viele Arten zeigen ein komplexes Muster aus feinen, hellen Linien auf dem Panzer, das an topografische Karten erinnert – daher der englische Name „map turtle" und der deutsche Alternativname Landkartenschildkröte. Kopf, Hals und Gliedmaßen sind dunkel mit gelben oder grünlichen Streifen durchzogen. Der Plastron (Bauchpanzer) ist überwiegend hell, oft cremefarben mit dunklen Nähten.

Ein markanter Geschlechtsdimorphismus kennzeichnet die gesamte Gattung: Weibchen werden deutlich größer als Männchen, bei einigen Arten erreichen sie die doppelte bis dreifache Panzerlänge. Männchen besitzen dagegen längere Krallen an den Vorderbeinen und einen längeren, dickeren Schwanz. Außerdem haben die Weibchen mehrerer Arten verbreiterte Köpfe mit kräftigen Kiefern – eine Anpassung an ihre bevorzugte Nahrung.

Lebensraum & Verbreitung

Höckerschildkröten sind in Nordamerika endemisch. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Einzugsgebiet der Großen Seen im Norden bis zum Golf von Mexiko im Süden. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Flusssystem des Mississippi und seiner Nebenflüsse sowie in den Flusssystemen des Golfs von Alabama und Georgia.

Als Habitat bevorzugen Höckerschildkröten größere Fließgewässer mit mäßiger bis starker Strömung, klarem Wasser und reichlich Totholz. Umgestürzte Bäume, Felsvorsprünge und Sand- oder Schlamminseln dienen als Sonnplätze (Basking-Sites), die für die Thermoregulation der Tiere unverzichtbar sind. Einige Arten wie Graptemys geographica besiedeln auch Seen und größere Stauseen, solange geeignete Strukturen vorhanden sind. Kleine, verschlammte Gewässer oder stark verkrautete Stillwasserzonen werden in der Regel gemieden.

Verschiedene Arten der Gattung sind oft auf einzelne Flusssysteme beschränkt. Diese enge Bindung an spezifische Gewässer macht sie besonders anfällig gegenüber lokalen Umweltveränderungen. Graptemys flavimaculata (Gelbfleck-Höckerschildkröte) etwa kommt ausschließlich im Pascagoula-Flusssystem in Mississippi vor.

Ernährung

Die Ernährung variiert innerhalb der Gattung erheblich und hängt eng mit dem Geschlechtsdimorphismus zusammen. Weibchen der großköpfigen Arten (Graptemys barbouri, G. ernsti, G. gibbonsi u. a.) sind auf hartschalige Beute spezialisiert: Schnecken, Muscheln und Krebstiere bilden den Hauptbestandteil ihrer Nahrung. Ihre verbreiterten Alveolarflächen (Mahlflächen der Kiefer) ermöglichen es ihnen, die Schalen zu zerbrechen – eine morphologische Spezialisierung, die als Molluskivorie bezeichnet wird.

Männchen derselben Arten sowie beide Geschlechter der schmalköpfigen Arten ernähren sich dagegen vorwiegend von Insektenlarven, besonders von Eintagsfliegen-, Köcherfliegen- und Zuckmückenlarven. Daneben stehen kleine Fische, Würmer und gelegentlich pflanzliches Material auf dem Speiseplan. Jungtiere beider Geschlechter ernähren sich überwiegend von Insektenlarven und kleinen Wirbellosen.

Verhalten & Lebensweise

Höckerschildkröten sind tagaktive Tiere, die einen erheblichen Teil des Tages mit Sonnenbaden (Basking) verbringen. Sie nutzen dafür bevorzugt Totholz, das über die Wasseroberfläche ragt. Oft sitzen mehrere Individuen dicht nebeneinander auf einem Baumstamm. Die Tiere sind dabei äußerst scheu: Bei der geringsten Störung – dem Näherkommen eines Bootes oder einer Person – lassen sie sich ins Wasser fallen. Diese ausgeprägte Fluchtreaktion macht die Beobachtung im Freiland schwierig.

In den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebiets halten die Tiere eine Winterruhe. Sie graben sich in den Gewässergrund ein oder verbergen sich unter Totholz und Felsstrukturen am Flussgrund, wo sie bei herabgesetztem Stoffwechsel überwintern.

Höckerschildkröten sind keine ausgeprägten Revierb