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Moschusschildkröte

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Tierart – Reptilien > Schildkröten – Wasser

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Sternotherus odoratus
  • Ordnung: Schildkröten (Testudines)
  • Familie: Schlammschildkröten (Kinosternidae)
  • Gattung: Sternotherus
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer im östlichen Nordamerika
  • Größe: Carapaxlänge 8–14 cm
  • Gewicht: 50–250 g
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre, in Gefangenschaft bis über 50 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Moschusschildkröte gehört zu den kleinsten Schildkrötenarten Nordamerikas. Ihr hochgewölbter, glatter Rückenpanzer (Carapax) ist bei adulten Tieren oliv- bis dunkelbraun gefärbt und kann mit Algenbelag bedeckt sein, was zusätzliche Tarnung bietet. Bei Jungtieren zeigt der Carapax einen deutlichen Mittelkiel, der mit zunehmendem Alter abflacht. Der Bauchpanzer (Plastron) ist vergleichsweise klein, gelblich bis bräunlich gefärbt und über ein schmales Scharnier nur eingeschränkt beweglich. Anders als bei vielen verwandten Schlammschildkröten kann die Moschusschildkröte ihren Panzer nicht vollständig verschließen.

Der Kopf ist relativ groß und zeigt zwei markante, helle Längsstreifen, die sich vom Schnauzenende über und unter dem Auge bis zum Hals erstrecken. Diese Kopfzeichnung ist ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal, das die Art von anderen Vertretern der Gattung Sternotherus unterscheidet. Die Haut an Kopf, Hals und Gliedmaßen ist dunkelgrau bis schwarz und mit vereinzelten kleinen Warzen besetzt. An der Unterseite des Kinns befinden sich zwei auffällige Barteln – fleischige Fortsätze, die vermutlich eine sensorische Funktion haben. Die Füße sind mit Schwimmhäuten versehen und tragen kräftige Krallen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Moschusschildkröte erstreckt sich über weite Teile des östlichen Nordamerikas, von Südost-Kanada (Ontario) über die gesamte US-amerikanische Ostküste bis nach Florida und westlich bis Texas und Wisconsin. Innerhalb dieses Areals besiedelt sie ein breites Spektrum an Süßwasser-Habitaten: flache Seen, Teiche, Sümpfe, Altwasser, ruhige Flussabschnitte und Gräben mit schlammigem Grund.

Die Art bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer mit weichem Substrat und dichter Unterwasservegetation. Seichte Bereiche mit einer Wassertiefe von unter einem Meter werden besonders häufig besiedelt. Ein reiches Angebot an Versteckmöglichkeiten – untergetauchte Baumstämme, Wurzeln und dichte Pflanzenbestände – ist für das Biotop dieser Art entscheidend. In klaren, schnell fließenden Gewässern ohne Schlammgrund fehlt sie in der Regel.

Ernährung

Die Moschusschildkröte ist omnivor, wobei tierische Nahrung den überwiegenden Anteil der Nahrung ausmacht. Sie frisst Wasserinsekten und deren Larven, kleine Schnecken, Würmer, Kaulquappen, Fischlaich und Aas. Ergänzend nimmt sie pflanzliche Kost wie Algen, Wasserpflanzen und gelegentlich Fallobst auf, das ins Wasser gelangt. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Gewässergrund, wo die Tiere den Schlamm systematisch nach Fressbarem durchsuchen. Die Barteln am Kinn dienen dabei möglicherweise als taktile Sensoren zur Beuteortung in trübem Wasser.

Verhalten & Lebensweise

Die Moschusschildkröte ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigt aber je nach Jahreszeit und Witterung auch tagsüber Aktivität. Sie verbringt den größten Teil ihres Lebens im Wasser und verlässt dieses nur zur Eiablage oder gelegentlich zum Sonnenbaden. Dabei klettert sie erstaunlich geschickt und wurde wiederholt in Bäumen und Sträuchern über der Wasseroberfläche beobachtet – ein für Wasserschildkröten ungewöhnliches Verhalten, das bis in Höhen von zwei Metern dokumentiert ist.

Die Art ist grundsätzlich einzelgängerisch und zeigt kein ausgeprägtes Territorialverhalten, toleriert aber Artgenossen in unmittelbarer Nähe. In geeigneten Gewässern können hohe Populationsdichten auftreten. Wird die Moschusschildkröte ergriffen oder bedroht, sondert sie aus Moschusdrüsen an den Seiten des Panzers ein stark riechendes, gelbliches Sekret ab. Dieses Abwehrverhalten hat ihr im Englischen den Trivialnamen „Stinkpot" eingebracht und ist auch Grundlage des deutschen Namens. Das Sekret enthält phenolische Verbindungen und dient der Abschreckung von Fressfeinden wie Waschbären, Reihern und Raubfischen.

In den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebiets hält die Moschusschildkröte eine Winterruhe. Sie gräbt sich dazu in den Schlamm am Gewässergrund ein oder sucht Unterschlupf unter Wurzeln und Steinen. In den Südstaaten der USA kann die Aktivitätsperiode hingegen nahezu ganzjährig andauern.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, typischerweise zwischen April und Mai, und kann sich bis in den Herbst erstrecken. Die Balz ist wenig ritualisiert: Das Männchen verfolgt das Weibchen, beißt es in Hals und Gliedmaßen und besteigt es zur Kopulation. Die Paarung findet unter Wasser statt.

Das Weibchen legt zwischen Mai und Juli ein bis neun hartschalige, elliptische Eier in eine flache, selbst gegrabene Mulde an Land ab. Die Nester befinden sich oft in unmittelbarer Ufernähe unter verrottendem Laub, in Erdhaufen oder gelegentlich in Muskrattenbauten. Manche Weibchen investieren kaum Aufwand in den Nestbau und legen die Eier nahezu auf der Oberfläche ab. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur 65 bis 86 Tage. Wie bei vielen Schildkrö