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Dosenschildkröte

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Tierart – Reptilien > Schildkröten – Wasser

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Terrapene (Gattung), bekannteste Art: Terrapene carolina (Gewöhnliche Dosenschildkröte)
  • Ordnung: Testudines (Schildkröten)
  • Familie: Emydidae (Neuwelt-Sumpfschildkröten)
  • Gattung: Terrapene
  • Lebensraum: Feuchte Wälder, Sumpfgebiete, Wiesen und Flussauen in Nordamerika und Mexiko
  • Größe: 10–18 cm Carapaxlänge (je nach Art)
  • Gewicht: 300–900 g
  • Lebenserwartung: 40–100 Jahre, in Einzelfällen über 100 Jahre

Aussehen & Merkmale

Dosenschildkröten sind kleine bis mittelgroße Schildkröten mit einem hochgewölbten Carapax (Rückenpanzer), der je nach Art und Unterart stark in Färbung und Musterung variiert. Die Grundfarbe reicht von dunkelbraun bis schwarz, häufig durchzogen von gelben, orangen oder rötlichen Streifen und Flecken. Der Plastron (Bauchpanzer) ist bei den meisten Arten einfarbig gelblich bis bräunlich.

Das namensgebende Merkmal der Gattung Terrapene ist ein bewegliches Scharnier im vorderen Bereich des Plastrons. Dieses Scharnier ermöglicht es dem Tier, den Bauchpanzer nach oben zu klappen und so den Panzer vollständig zu verschließen – wie eine Dose. In diesem Zustand ist die Schildkröte nahezu unangreifbar für die meisten Fressfeinde. Die Hornschuppen (Scuta) des Panzers zeigen bei älteren Tieren oft deutliche Wachstumsringe, anhand derer sich das Alter grob abschätzen lässt.

Die Gliedmaßen sind kräftig, die Vorderbeine leicht abgeflacht und mit kurzen, stumpfen Krallen versehen. Männchen lassen sich häufig durch eine konkave Einbuchtung des Plastrons, eine dickere Schwanzbasis und bei manchen Arten durch eine rötliche Iris von den Weibchen unterscheiden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Dosenschildkröten erstreckt sich über weite Teile des östlichen und zentralen Nordamerikas sowie über Teile Mexikos. Die Gewöhnliche Dosenschildkröte (Terrapene carolina) bewohnt ein großes Areal von den US-Bundesstaaten Maine und Michigan im Norden bis nach Florida und Texas im Süden. Die Schmuck-Dosenschildkröte (Terrapene ornata) kommt in den zentralen Great Plains und den trockenen Graslandschaften des Mittleren Westens vor. Die Coahuila-Dosenschildkröte (Terrapene coahuila) ist dagegen auf ein winziges Habitat in der Wüste von Cuatro Ciénegas in Mexiko beschränkt.

Obwohl Dosenschildkröten zur Familie der Sumpfschildkröten zählen, sind die meisten Arten überwiegend terrestrisch. Sie bevorzugen feuchte Biotope wie Laubwälder mit dichtem Unterholz, Feuchtwiesen, Bachauen und Sumpfränder. Die Nähe zu Gewässern ist dabei von Bedeutung, da die Tiere regelmäßig flache Tümpel, Pfützen oder Bachläufe aufsuchen, um zu trinken, zu baden und ihren Feuchtigkeitshaushalt zu regulieren. Terrapene coahuila bildet die Ausnahme: Sie lebt semi-aquatisch und verbringt einen erheblichen Teil ihrer Zeit im Wasser.

Ernährung

Dosenschildkröten sind Allesfresser (Omnivore) mit einem breiten Nahrungsspektrum. Jüngere Tiere neigen zu einer stärker fleischlichen Ernährung und fressen Regenwürmer, Schnecken, Insekten, Larven und kleine Amphibien. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich die Nahrungspräferenz häufig in Richtung pflanzlicher Kost: Beeren, Pilze, Blätter und Früchte machen dann einen größeren Anteil aus. Pilze, insbesondere giftige Arten, die von Dosenschildkröten ohne Schaden gefressen werden, können deren Fleisch für den Menschen ungenießbar machen – ein in der ökologischen Literatur gut dokumentiertes Phänomen.

Die Nahrungssuche erfolgt visuell und über den Geruchssinn. Dosenschildkröten durchstreifen ihr Revier langsam und systematisch auf der Suche nach Fressbarem.

Verhalten & Lebensweise

Dosenschildkröten sind überwiegend tagaktiv, wobei sie an heißen Sommertagen die Mittagshitze meiden und in den kühleren Morgen- und Abendstunden aktiv werden. Bei starker Wärme ziehen sie sich unter Laub, in selbst gegrabene Mulden oder in feuchte Bodenbereiche zurück. In den nördlichen Teilen ihres Verbreitungsgebietes halten die Tiere eine Winterruhe (Hibernation), bei der sie sich in lockere Erde, Laubhaufen oder verrottende Baumstümpfe eingraben.

Die Tiere sind Einzelgänger und beanspruchen relativ kleine Reviere von einigen hundert Quadratmetern bis wenigen Hektar. Innerhalb dieser Areale zeigen sie eine ausgeprägte Ortstreue und nutzen über Jahre hinweg dieselben Pfade, Ruheplätze und Überwinterungsstellen. Studien mit markierten Tieren belegen, dass einzelne Individuen über Jahrzehnte im selben Gebiet angetroffen werden.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr nach der Winterruhe und kann sich bis in den Herbst erstrecken. Das Balzverhalten der Männchen umfasst Umkreisen, Beißen in den Panzerrand des Weibchens und das Aufsteigen zur Kopulation. Weibchen können Spermien über mehrere Jahre speichern und so auch ohne erneute Paarung befruchtete Eier legen.

Das Weibchen gräbt mit den Hinterbeinen eine flache Nistgrube in feuchten, lockeren Boden und legt dort in der Regel drei bis acht elliptische, weichschalige Eier ab. Die Inkubationszeit beträgt je nach Temperatur 50–90 Tage. Wie bei vielen Reptilien beeinflusst die Bruttemperatur das