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Feuerqualle

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Tierart – Wirbellose > Nesseltiere & Stachelhäuter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cyanea capillata (Gelbe Haarqualle / Feuerqualle)
  • Ordnung: Fahnenquallen (Semaeostomeae)
  • Familie: Cyaneidae
  • Gattung: Cyanea
  • Lebensraum: Küstennahe und offene Gewässer der gemäßigten bis subarktischen Meere; in Nord- und Ostsee häufig
  • Größe: Schirmdurchmesser 20–50 cm (typisch), in arktischen Gewässern bis über 2 m; Tentakel bis 36 m Länge
  • Gewicht: Bis zu mehreren Kilogramm, abhängig von Größe und Wassergehalt (ca. 95 % des Körpers bestehen aus Wasser)
  • Lebenserwartung: Medusen-Stadium etwa 6–12 Monate; der gesamte Lebenszyklus einschließlich Polypenstadium kann mehrere Jahre umfassen

Aussehen & Merkmale

Als „Feuerqualle" werden im deutschen Sprachraum vor allem zwei Arten bezeichnet: die Gelbe Haarqualle (Cyanea capillata) und die deutlich kleinere Gelbe Nesselqualle oder Kompassqualle (Chrysaora hysoscella). Dieser Artikel behandelt in erster Linie Cyanea capillata, die in Nord- und Ostsee am häufigsten unter dem Trivialnamen Feuerqualle bekannt ist.

Der Körperbau von Cyanea capillata folgt dem typischen Bauplan der Schirmquallen (Scyphozoa). Der glocken- bis scheibenförmige Schirm – die Umbrella – ist durchscheinend und zeigt eine Farbpalette von gelblich bis rotbraun. Ältere und größere Exemplare neigen zu dunkleren, rötlichen Tönungen, während junge Tiere eher blassgelb erscheinen. Die Oberfläche des Schirms ist glatt und von radialen Strukturen durchzogen, die den darunter liegenden Gastralkanälen entsprechen.

Am Schirmrand sitzen zahlreiche Tentakel, die in acht Bündeln angeordnet sind. Diese Tentakel können bei arktischen Exemplaren eine Länge von über 30 Metern erreichen – damit zählt Cyanea capillata zu den längsten Tieren der Erde. Die Tentakel sind dicht mit Nesselzellen (Cnidocyten) besetzt, die bei Berührung ihr Gift injizieren. Unterhalb des Schirms befinden sich vier stark gekräuselte Mundarme, die ebenfalls der Nahrungsaufnahme dienen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Cyanea capillata umfasst die gemäßigten und kalten Meeresregionen der Nordhalbkugel. Die Art ist im gesamten Nordatlantik heimisch, von der Arktis über die Nordsee bis in die westliche Ostsee. Daneben kommt sie im nördlichen Pazifik vor. In der südlichen Hemisphäre wird sie durch die nahe verwandte Art Cyanea annaskala vertreten.

Das bevorzugte Habitat sind küstennahe Gewässer mit Wassertemperaturen zwischen 6 und 18 °C. In warmen Sommern werden die Tiere durch Strömungen und Wind verstärkt in Strandnähe getrieben, was zu den typischen Quallenplagen an Nord- und Ostseeküsten führt. Im offenen Ozean treiben sie als Teil des Planktons in den oberen Wasserschichten, selten tiefer als 20 Meter.

Ernährung

Cyanea capillata ist ein Raubtier, das sich von Zooplankton, kleinen Fischen, Fischlarven und anderen Quallenarten ernährt. Die langen Tentakel bilden ein ausgedehntes, vorhangartiges Fangnetz, das passiv durchs Wasser gezogen wird. Berührt ein Beutetier einen Tentakel, feuern die Nesselzellen (Nematocysten) innerhalb von Millisekunden ihre giftigen Fäden ab. Das Gift lähmt die Beute, die anschließend über die Mundarme zur zentralen Mundöffnung transportiert und in die Gastralraumhöhle befördert wird. Die Verdauung erfolgt sowohl extrazellulär im Gastralraum als auch intrazellulär durch Phagozytose.

Trotz ihrer passiven Jagdstrategie können dichte Quallenschwärme erhebliche Mengen an Fischlarven und Planktonorganismen aus dem Wasser filtern, was sie zu ökologisch bedeutsamen Konsumenten in ihrem Biotop macht.

Verhalten & Lebensweise

Feuerquallen sind pelagische Organismen, die keine aktive Revierbildung zeigen. Ihre Fortbewegung erfolgt durch rhythmisches Kontrahieren des Schirms, wobei Wasser ausgestoßen wird und ein Rückstoß entsteht. Diese Bewegung dient weniger der gezielten Navigation als vielmehr dem Verbleib in den oberen Wasserschichten. Größere Distanzen legen die Tiere passiv mit Meeresströmungen und Gezeiten zurück.

Die Quallen bilden keine sozialen Strukturen im eigentlichen Sinn, treten aber oft in großen Aggregationen auf. Solche Ansammlungen entstehen durch physikalische Faktoren wie Strömung, Windrichtung und Nahrungsangebot und nicht durch aktives Schwarmverhalten. Einen Tag-Nacht-Rhythmus im Sinne von nachtaktivem oder tagaktivem Verhalten zeigen die Tiere nicht; ihre Aktivität wird primär durch Wassertemperatur und Strömungsbedingungen bestimmt.

Eine bekannte Vergesellschaftung besteht mit Jungfischen verschiedener Arten, insbesondere Wittlingen und jungen Schellfischen, die zwischen den Tentakeln Schutz vor Fressfeinden suchen und offenbar eine gewisse Immunität gegen das Nesselgift besitzen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Lebenszyklus von Cyanea capillata folgt dem für Scyphozoen typischen Generationswechsel zwischen einer geschlechtlichen (Meduse) und einer ungeschlechtlichen Phase (Polyp). Männliche Medusen entlassen Spermien ins freie Wasser, die von weiblichen Tieren aufgenommen werden. Die befruchteten Eier entwickeln sich an den Mundarmen des Weibchens zu Planula-Larven.

Die freischwimmende Planula setzt sich nach kurzer Zeit am Meeresboden auf einem f