Kronenseestern
KTierart – Wirbellose > Nesseltiere & Stachelhäuter
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Acanthaster planci
- Klasse: Seesterne (Asteroidea)
- Ordnung: Stachelsterne (Valvatida)
- Familie: Acanthasteridae
- Gattung: Acanthaster
- Lebensraum: Tropische Korallenriffe des Indopazifik
- Größe: 25–50 cm Durchmesser, Einzelexemplare bis 80 cm
- Gewicht: Bis etwa 3 kg
- Anzahl der Arme: 12–23
- Lebenserwartung: Etwa 15–17 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Kronenseestern, auch Dornenkronenseestern genannt, ist einer der größten Seesterne weltweit. Sein auffälligstes Merkmal ist die hohe Anzahl an Armen: Während die meisten Seesterne fünf Arme besitzen, bildet Acanthaster planci zwischen 12 und 23 Arme aus, die strahlenförmig vom zentralen Körper abgehen. Die gesamte Oberseite – sowohl die Zentralscheibe als auch die Arme – ist dicht mit spitzen, bis zu fünf Zentimeter langen Stacheln besetzt. Diese Stacheln sind mit einem Drüsenepithel überzogen, das ein giftiges Sekret absondert. Bereits eine leichte Berührung kann beim Menschen starke Schmerzen, Schwellungen und Übelkeit auslösen.
Die Körperfärbung variiert je nach Verbreitungsgebiet und Nahrungsangebot. Häufig treten Farbtöne von graugrün über blauviolett bis hin zu rötlich-orange auf. Die Unterseite ist heller und trägt Hunderte röhrenförmiger Ambulakralfüßchen, mit denen sich der Seestern fortbewegt und am Untergrund festhält. Das Skelett besteht aus kalkhaltigen Ossikeln, die unter der Haut ein flexibles, aber stabiles Endoskelett bilden – ein typisches Merkmal der Stachelhäuter (Echinodermata).
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Kronenseesterns erstreckt sich über den gesamten tropischen Indopazifik – vom Roten Meer und der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Südostasien, Australien, Melanesien und in den östlichen Pazifik. Das bevorzugte Habitat sind Korallenriffe in Wassertiefen von 1 bis etwa 30 Metern, wobei die Art gelegentlich auch in Tiefen bis 60 Meter nachgewiesen wurde.
Innerhalb des Riffs besiedelt der Kronenseestern bevorzugt Bereiche mit dichtem Korallenbewuchs, insbesondere Riffhänge und Riffkanten, die ihm reichlich Nahrung bieten. In Lagunen und auf Riffdächern tritt er seltener auf. Das Biotop muss ganzjährig Wassertemperaturen über 22 °C aufweisen, was die Verbreitung auf tropische Gewässer begrenzt.
Ernährung
Der Kronenseestern ernährt sich fast ausschließlich von Steinkorallen (Scleractinia). Er ist ein spezialisierter Korallenprädator, der seinen Magen durch den Mund nach außen stülpt und direkt auf das lebende Korallengewebe presst. Verdauungsenzyme zersetzen das Gewebe extrakorporal – ein Vorgang, der mehrere Stunden dauern kann. Zurück bleibt das weiße Kalkskelett der abgestorbenen Koralle.
Ein einzelnes Tier kann pro Jahr bis zu zehn Quadratmeter Korallenfläche konsumieren. Bevorzugt werden schnellwachsende Arten wie Tisch- und Geweihkorallen der Gattungen Acropora und Montipora. Massiv wachsende Korallengattungen wie Porites werden seltener gefressen. In niedrigen Populationsdichten trägt der Kronenseestern zur Strukturdiversität des Riffs bei, indem er dominante Korallenarten zurückdrängt und so Besiedlungsraum für andere Organismen schafft.
Verhalten & Lebensweise
Der Kronenseestern ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbirgt er sich häufig in Spalten, unter Korallenüberhängen oder zwischen Riffstrukturen. Bei Einbruch der Dämmerung wird er aktiv und wandert langsam über das Riff, um Korallen abzuweiden. Die Fortbewegungsgeschwindigkeit beträgt etwa 10 bis 20 Meter pro Stunde.
In normalen Populationsdichten lebt die Art eher einzelgängerisch und verteilt sich über größere Riffabschnitte. Kommt es jedoch zu Massenausbrüchen, können sich Hunderte bis Tausende Individuen auf engem Raum konzentrieren. Solche Aggregationen bewegen sich wie eine Front über das Riff und hinterlassen großflächig abgestorbene Korallenbestände. Diese Massenvermehrungen, in der Fachliteratur als „outbreaks" bezeichnet, stellen eines der gravierendsten natürlichen Schadensereignisse an tropischen Korallenriffen dar.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung erfolgt durch externe Befruchtung. Während der Laichzeit – meist in den warmen Sommermonaten – geben Weibchen und Männchen gleichzeitig Eier und Spermien ins freie Wasser ab. Ein einzelnes Weibchen kann pro Laichsaison zwischen 12 und 65 Millionen Eier produzieren, was die enorme Reproduktionskapazität der Art verdeutlicht.
Aus den befruchteten Eiern schlüpfen nach etwa 24 Stunden freischwimmende Larven, die zunächst als bipinnaria- und später als brachiolaria-Larven mehrere Wochen im Plankton treiben. Während dieser Phase ernähren sie sich von Phytoplankton und einzelligen Algen. Erhöhte Nährstoffkonzentrationen im Wasser – etwa durch landwirtschaftliche Abwässer – begünstigen das Überleben der Larven und werden als ein Faktor für Massenausbrüche diskutiert.
Nach der Metamorphose setzen sich die Larven am Riffsubstrat fest und entwickeln sich innerhalb von etwa zwei Jahren zu juvenilen Seesternen. In dieser Phase ernähren sich die Jungtiere von Krustenalgen, bevor sie mit zunehmender Größe auf Korallen als Nahrung umstellen. Die Geschlechtsreife wird im Alter von zwei bis