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Krustenanemone

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Tierart – Wirbellose > Nesseltiere & Stachelhäuter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Zoanthus sp. (sowie Palythoa sp., Protopalythoa sp. u. a.)
  • Ordnung: Krustenanemonen (Zoantharia, auch Zoanthidea)
  • Familie: Zoanthidae, Sphenopidae u. a.
  • Stamm: Nesseltiere (Cnidaria), Klasse Blumentiere (Anthozoa), Unterklasse Hexacorallia
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Korallenriffe, Felsküsten, Gezeitenzonen; weltweit in warmen Meeren
  • Größe: Einzelpolypen 3–15 mm Durchmesser, Kolonien können mehrere Quadratmeter überwachsen
  • Gewicht: Nicht sinnvoll für Einzelpolypen bestimmbar; Kolonien variieren stark je nach Substrat
  • Lebenserwartung: Kolonien können bei günstigen Bedingungen mehrere Jahrzehnte bestehen

Aussehen & Merkmale

Krustenanemonen sind koloniebildende Blumentiere, die aus zahlreichen kleinen Einzelpolypen bestehen. Jeder Polyp besitzt eine zentrale Mundscheibe, die von einer Krone kurzer Tentakel umgeben ist. Die Tentakel sind in der Regel in zwei Kränzen angeordnet – ein Merkmal, das die Zugehörigkeit zu den Hexacorallia unterstreicht, bei der die Körperstrukturen in Sechser-Symmetrie angelegt sind.

Die Farbpalette der Krustenanemonen ist außerordentlich vielfältig. Je nach Art und Standort treten Grün-, Braun-, Orange-, Rosa-, Blau- und Violetttöne auf, häufig in auffälligen Kontrasten zwischen Mundscheibe und Tentakeln. Diese Färbung geht zum Teil auf symbiotische Zooxanthellen (einzellige Algen der Gattung Symbiodinium) zurück, die im Gewebe der Polypen leben und Photosynthese betreiben.

Im Unterschied zu einzeln lebenden Seeanemonen (Actiniaria) bilden Krustenanemonen dichte, krustenförmige Matten auf Hartsubstraten. Die Polypen sind durch ein gemeinsames Gewebe, das sogenannte Coenenchym, miteinander verbunden. Ein echtes Kalkskelett, wie es bei Steinkorallen vorkommt, fehlt. Stattdessen stabilisieren viele Arten ihre Körperwand durch eingelagerte Sand- und Sedimentpartikel, was dem Gewebe eine raue, ledrige Textur verleiht. Besonders ausgeprägt ist diese Eigenschaft bei Vertretern der Gattung Palythoa.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Krustenanemonen erstreckt sich über tropische und subtropische Meeresregionen weltweit. Sie besiedeln den Indopazifik, die Karibik, das Rote Meer sowie Teile des östlichen Atlantiks. Ihr bevorzugtes Habitat sind flache Riffzonen, Gezeitentümpel, Lagunen und Riffkanten in Tiefen von der Wasserlinie bis etwa 20 Meter, vereinzelt auch tiefer.

Als Substrat dienen Fels, abgestorbene Korallenstöcke, Muschelschalen und sogar Schwämme oder Gorgonien. Krustenanemonen gelten als ausgesprochen anpassungsfähig und besiedeln sowohl strömungsexponierte als auch geschützte Biotope. In Riffen mit hohem Nährstoffgehalt oder nach Korallenbleichen können sie sich rasch ausbreiten und freiwerdende Flächen überwachsen – ein Verhalten, das sie gelegentlich zu Raumkonkurrenten gegenüber Steinkorallen macht.

Ernährung

Krustenanemonen nutzen zwei Nahrungsquellen. Den Großteil ihrer Energie beziehen sie über die im Gewebe eingebetteten Zooxanthellen, die mittels Photosynthese organische Verbindungen produzieren und an den Wirtspolypen abgeben. Dieser Prozess macht die Tiere lichtabhängig und erklärt ihre Vorliebe für flache, gut durchlichtete Gewässer.

Daneben betreiben die Polypen aktiven Nahrungsfang. Mit ihren Tentakeln fangen sie Zooplankton, Bakterienaggregate und feine organische Partikel aus der Wasserströmung. Die Nesselzellen (Cnidozyten) in den Tentakeln entladen bei Kontakt Nesselkapseln (Nematozysten), die Beutetiere lähmen. Die Beute wird anschließend zur Mundöffnung geführt und in den sackförmigen Gastralraum befördert, wo die extrazelluläre Verdauung stattfindet.

Verhalten & Lebensweise

Krustenanemonen sind sessile Organismen und verbringen ihr gesamtes adultes Leben am gewählten Substrat. Eine aktive Ortsbewegung findet nicht statt; die Ausbreitung der Kolonie erfolgt durch vegetatives Wachstum über das Coenenchym.

Die Polypen zeigen einen deutlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Bei Tageslicht sind die Tentakel meist ausgestreckt, um die Lichtausbeute für die Zooxanthellen zu maximieren. Bei Störung oder starker Strömung können sich die Polypen rasch in das Coenenchym zurückziehen. Nachts oder in der Dämmerung intensivieren viele Arten den Planktonfang, indem sie ihre Tentakel stärker entfalten.

Gegenüber benachbarten Korallen und anderen sessilen Organismen setzen Krustenanemonen chemische Abwehrstoffe ein. Diese Allelochemikalien hemmen das Wachstum konkurrierender Arten in unmittelbarer Nachbarschaft und verschaffen der Kolonie einen Wettbewerbsvorteil bei der Besiedlung von Substratflächen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Krustenanemonen vermehren sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich. Die ungeschlechtliche Fortpflanzung überwiegt im Alltag: Durch Knospung oder Längsteilung entstehen neue Polypen, die in den bestehenden Kolonienverband integriert werden. Auf diese Weise wachsen Kolonien kontinuierlich und können großflächige Bestände bilden.

Die geschlechtliche Fortpflanzung erfolgt durch Freisetzung von Ei- und Samenzellen ins freie Wasser. Nach der Befruchtung entsteht eine frei schwimmende Planula-Larve, die einige Tage bis Wochen im Plankton treibt, ehe sie sich auf einem geeigneten Substrat festsetzt und zum Primärpolypen metam