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Gartenkreuzspinne

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Tierart – Spinnentiere > Webspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Araneus diadematus Clerck, 1757
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
  • Gattung: Kreuzspinnen (Araneus)
  • Lebensraum: Gärten, Waldränder, Hecken, Gebüsche, Wiesen
  • Körperlänge: Weibchen 12–17 mm, Männchen 5–10 mm
  • Gewicht: Weibchen bis ca. 1,5 g, Männchen deutlich leichter
  • Lebenserwartung: etwa 1–2 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Gartenkreuzspinne zählt zu den bekanntesten einheimischen Spinnenarten und ist leicht an ihrem namensgebenden Kreuzzeichnung auf dem Opisthosoma (Hinterleib) zu erkennen. Dieses Kreuz besteht aus fünf hellen, gelblich-weißen Flecken, die durch eingelagerte Guaninkristalle in der Haut entstehen. Der vordere Körperabschnitt, das Prosoma, ist bräunlich gefärbt und trägt vier Paar Laufbeine mit deutlicher Hell-Dunkel-Ringelung.

Die Grundfärbung des Hinterleibs variiert erheblich – von hellem Gelbbraun über Rotbraun bis zu tiefem Dunkelbraun. Diese Variabilität hängt von Alter, Geschlecht, Ernährungszustand und Umgebung ab. Wie bei vielen Spinnenarten ist der Geschlechtsdimorphismus ausgeprägt: Weibchen erreichen eine Körperlänge von bis zu 17 Millimetern und wirken durch den kugelförmig aufgeblähten Hinterleib deutlich voluminöser. Männchen bleiben mit höchstens 10 Millimetern wesentlich kleiner und schlanker.

Am Prosoma befinden sich acht Einzelaugen, die in zwei Reihen angeordnet sind. Trotz dieser Augenanzahl ist das Sehvermögen der Gartenkreuzspinne schlecht entwickelt – sie nimmt vor allem Helligkeitsunterschiede und Bewegungen wahr. Ihre eigentliche Sinnesleistung erbringt sie über hochempfindliche Tasthaare (Trichobothrien) an den Beinen, mit denen sie feinste Vibrationen im Netz registriert.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gartenkreuzspinne erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Sie kommt in ganz Europa vor, von Skandinavien bis zum Mittelmeerraum, sowie in Teilen Nordafrikas und Zentralasiens. Durch menschliche Verschleppung hat sie sich auch in Nordamerika etabliert.

Als Habitat bevorzugt Araneus diadematus halboffene Strukturen mit ausreichend Befestigungspunkten für ihr Radnetz. Typische Biotope sind Gärten, Parks, Waldlichtungen, Hecken, Gebüsche und Hauswände. Die Art ist ausgesprochen synanthrop und findet in menschlichen Siedlungsräumen günstige Bedingungen. Sie besiedelt Standorte vom Tiefland bis in Höhenlagen von etwa 2.000 Metern.

Ernährung

Die Gartenkreuzspinne ernährt sich als typische Lauerjägerin ausschließlich von Insekten und anderen Gliederfüßern, die sich in ihrem Radnetz verfangen. Zum Beutespektrum gehören Fliegen, Mücken, Wespen, Blattläuse, kleine Schmetterlinge und Heuschrecken.

Sobald ein Beutetier das Netz berührt, registriert die Spinne die Vibrationen über ihre Trichobothrien und eilt zum Opfer. Sie beißt zu und injiziert ein Giftgemisch, das die Beute lähmt. Anschließend umwickelt sie das Tier mit Spinnseide und gibt Verdauungssekrete ab, die das Körperinnere des Beutetiers verflüssigen. Diese vorverdaute Nahrung saugt die Spinne dann auf – ein Vorgang, der als extraintestinale Verdauung bezeichnet wird. Größere Beutetiere, die das Netz beschädigen könnten, werden manchmal gezielt herausgeschnitten und fallengelassen.

Verhalten & Lebensweise

Die Gartenkreuzspinne ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. In den späten Abendstunden baut sie ihr Radnetz, das einen Durchmesser von 20 bis 50 Zentimetern erreichen kann. Der Netzbau folgt einem genetisch festgelegten Muster und dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Das Netz besteht aus nicht klebrigen Rahmen- und Speichenfäden sowie einer klebrigen Fangspirale. Täglich wird das beschädigte Netz abgebaut, die Seide aufgefressen und recycelt, bevor ein neues Netz errichtet wird.

Tagsüber sitzt die Spinne entweder in der Netzmitte – dem sogenannten Hub – oder in einem nahe gelegenen Versteck, von dem aus ein Signalfaden zum Netzzentrum führt. Die Art ist einzelgängerisch und territorial. Begegnungen zwischen Artgenossen außerhalb der Paarungszeit enden häufig mit Flucht oder Kannibalismus.

Die Spinndrüsen der Gartenkreuzspinne produzieren verschiedene Seidenarten für unterschiedliche Zwecke: stabile Trageseide für den Rahmen, elastische Fangseide mit Klebetröpfchen, Verpackungsseide zum Einwickeln der Beute und Kokonseide für die Eiablage. Spinnnseide gehört zu den zugfestesten biologischen Materialien überhaupt und übertrifft in ihrer Reißfestigkeit bezogen auf das Gewicht sogar Stahl.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit erstreckt sich in Mitteleuropa von August bis Oktober. Die Balz ist für das Männchen ein riskantes Unterfangen, da das deutlich größere Weibchen nicht zwischen Beute und Geschlechtspartner unterscheidet. Das Männchen nähert sich daher vorsichtig über einen eigens gesponnenen Bewerbungsfaden und signalisiert durch rhythmisches Zupfen am Netz seine Anwesenheit. Erkennt das Weibchen den arttypischen Rhythmus, toleriert es die Annäherung.

Das Männchen überträgt sein Sperma mittels spezialisierter Strukturen an den Pedipalpen, den sogenannten Bulbi, in die Geschlechtsöffnung (Epigyne) des