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Hauswinkelspinne

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Tierart – Spinnentiere > Webspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Eratigena atrica (syn. Tegenaria atrica)
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Familie: Trichterspinnen (Agelenidae)
  • Gattung: Eratigena
  • Lebensraum: Gebäude, Keller, Schuppen, Höhlen, Felsüberhänge
  • Körperlänge: 10–18 mm (ohne Beine), Beinspannweite bis 10 cm
  • Gewicht: ca. 0,5–1 g
  • Lebenserwartung: Weibchen bis 3 Jahre, Männchen etwa 1–2 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Hauswinkelspinne gehört zu den größten heimischen Spinnenarten Mitteleuropas. Ihr Prosoma (Vorderkörper) ist dunkelbraun gefärbt und trägt zwei deutliche, hellere Längsbänder. Das Opisthosoma (Hinterkörper) zeigt eine variable braune bis graubraune Grundfärbung mit einem charakteristischen, winkelförmigen Muster aus helleren und dunkleren Flecken, das an ein Fischgrätmuster erinnert. Die gesamte Körperoberfläche ist dicht mit feinen Härchen bedeckt, die der Spinne ein samtiges Erscheinungsbild verleihen.

Die acht Laufbeine sind lang, kräftig gebaut und dunkelbraun geringelt. Sie können beim Weibchen eine Spannweite von bis zu zehn Zentimetern erreichen – ein Umstand, der bei vielen Menschen Unbehagen auslöst. Am Kopfbereich (Cephalothorax) sitzen acht Augen in zwei Reihen, die jedoch vergleichsweise klein sind. Die Cheliceren (Kieferklauen) sind kräftig genug, um Beutetiere zu überwältigen, können die menschliche Haut aber nur in Ausnahmefällen durchdringen.

Der Geschlechtsdimorphismus ist bei dieser Art deutlich ausgeprägt: Männchen sind insgesamt schlanker, besitzen längere Beine im Verhältnis zum Körper und deutlich verdickte Pedipalpen, die als Begattungsorgane dienen. Weibchen wirken gedrungener und haben ein deutlich voluminöseres Opisthosoma.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Hauswinkelspinne erstreckt sich über weite Teile Europas, von der Iberischen Halbinsel bis nach Skandinavien und von den Britischen Inseln ostwärts bis in die Türkei. Durch menschliche Verschleppung hat die Art ihr Areal inzwischen auch auf Nordamerika, Neuseeland und Teile Australiens ausgedehnt.

Ihr ursprüngliches Habitat sind Felsspalten, Höhleneingänge und Baumhöhlen. Da menschliche Bauten ähnliche mikroklimatische Bedingungen bieten – dunkel, relativ konstante Temperaturen, moderat feucht – hat sich die Hauswinkelspinne als ausgesprochener Kulturfolger etabliert. Sie besiedelt bevorzugt Keller, Dachböden, Garagen, Schuppen und wenig gestörte Ecken in Wohnräumen. Ihr Name leitet sich von dieser Vorliebe für Gebäudewinkel und -nischen ab. In Mitteleuropa ist sie eine der häufigsten Spinnenarten in und an Gebäuden.

Ernährung

Die Hauswinkelspinne ernährt sich räuberisch von Insekten und anderen Gliederfüßern. Zu ihrem Beutespektrum zählen Fliegen, Mücken, Asseln, Silberfischchen, Kellerasseln und gelegentlich auch andere, kleinere Spinnen. Sie ist damit ein nützlicher Mitbewohner, der zur natürlichen Schädlingsbekämpfung in Gebäuden beiträgt.

Die Jagdstrategie basiert auf einem Trichternetz, das aus einer flächigen, leicht gewölbten Netzdecke besteht, die in eine röhrenförmige Wohnhöhle mündet. Die Spinne sitzt im hinteren Bereich dieser Röhre und wartet auf Vibrationen, die ein auf die Netzfläche geratenes Beutetier auslöst. Sobald sie Erschütterungen wahrnimmt, stürzt sie blitzschnell hervor, packt die Beute mit den Cheliceren und injiziert ein lähmendes Gift. Anschließend wird die Beute durch Verdauungssekrete vorverdaut und als Nährflüssigkeit aufgesogen – wie bei allen Webspinnen handelt es sich um eine extraintestinale Verdauung.

Verhalten & Lebensweise

Die Hauswinkelspinne ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verharrt sie reglos in ihrer Wohnröhre und wird erst in der Dämmerung und nachts aktiv. Ihr Trichternetz wird dauerhaft genutzt und bei Beschädigung ausgebessert, nicht jedoch täglich neu gebaut wie bei Radnetzspinnen. Ein Netz kann über Wochen und Monate bestehen bleiben, was in Gebäuden oft als störend empfundene „Staubnetze" zur Folge hat.

Die Art ist einzelgängerisch und duldet keine Artgenossen in unmittelbarer Nähe ihres Netzes. Treffen zwei Individuen aufeinander, kann es zu Kannibalismus kommen – insbesondere größere Weibchen überwältigen mitunter kleinere Artgenossen. Männchen verlassen ab der Geschlechtsreife ihr Netz und wandern auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen umher. Diese wandernden Männchen sind es, die im Spätsommer und Herbst häufig in Badewannen, Waschbecken oder anderen glatten Gefäßen gefunden werden, aus denen sie nicht mehr herausklettern können.

Die Spinne kann trotz ihrer Größe erstaunlich schnell laufen. Geschwindigkeiten von bis zu 0,5 Metern pro Sekunde wurden gemessen, was sie zu einer der schnellsten heimischen Spinnenarten macht.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Monate August bis Oktober. Geschlechtsreife Männchen suchen aktiv nach Weibchen und kündigen ihre Annäherung durch rhythmisches Zupfen an den Fäden des weiblichen Netzes an – eine Art Balzverhalten, das dem Weibchen signalisiert, dass es sich nicht um Beute handelt. Akzeptiert das Weibchen den Partner, duldet es seine Annäherung. Die Kopulation erfolgt durch Übertragung der Spermien mittels der verdickten Pedi