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Krabbenspinne

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Tierart – Spinnentiere > Webspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Thomisidae (Familie), zahlreiche Gattungen und Arten, z. B. Misumena vatia (Veränderliche Krabbenspinne)
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
  • Familie: Krabbenspinnen (Thomisidae)
  • Lebensraum: Wiesen, Waldränder, Gärten, Hecken, Blütenbesucher auf krautigen Pflanzen
  • Größe: Körperlänge 3–12 mm (Weibchen), Männchen meist deutlich kleiner
  • Gewicht: ca. 0,01–0,5 g je nach Art und Geschlecht
  • Lebenserwartung: etwa 1–2 Jahre

Aussehen & Merkmale

Krabbenspinnen verdanken ihren deutschen Namen der typischen Haltung ihrer Beine: Die beiden vorderen Beinpaare sind verlängert, seitlich abgespreizt und nach vorne gerichtet, was an die Scheren einer Krabbe erinnert. Der Körperbau ist gedrungen und dorsoventral abgeflacht. Das Prosoma (Vorderkörper) ist breit, das Opisthosoma (Hinterkörper) rundlich bis trapezförmig.

Die Körperoberfläche ist bei vielen Arten fein behaart. Eine Besonderheit der Gattung Misumena ist die Fähigkeit zum Farbwechsel: Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne (Misumena vatia) können ihre Körperfarbe innerhalb weniger Tage zwischen Weiß und Gelb variieren und passen sich so dem Untergrund der jeweiligen Blüte an. Dieser Farbwechsel wird durch Einlagerung oder Abbau des Pigments Ommochrom in den äußeren Zellschichten der Cuticula gesteuert.

Die acht Augen sind klein und in zwei leicht gebogenen Reihen angeordnet. Das Sehvermögen dient weniger dem gezielten Beutefang als der Wahrnehmung von Bewegungen und Lichtveränderungen. Die Cheliceren (Kieferklauen) sind kurz, aber kräftig genug, um auch größere Beutetiere festzuhalten und Gift zu injizieren.

Der Geschlechtsdimorphismus ist bei vielen Thomisidae-Arten stark ausgeprägt: Männchen erreichen oft nur ein Drittel bis die Hälfte der Körperlänge der Weibchen und sind häufig dunkler gefärbt – bei Misumena vatia etwa braun bis grünlich mit auffälligen Streifenmustern auf dem Prosoma.

Lebensraum & Verbreitung

Die Familie Thomisidae umfasst weltweit über 2.100 beschriebene Arten in rund 170 Gattungen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis. In Mitteleuropa kommen etwa 70 Arten vor, darunter neben Misumena vatia auch Vertreter der Gattungen Xysticus, Thomisus, Diaea und Ozyptila.

Das bevorzugte Habitat variiert je nach Art erheblich. Die blütenbewohnenden Arten wie Misumena vatia oder Thomisus onustus besiedeln offene, sonnige Biotope: Magerwiesen, Ruderalflächen, Gärten und Waldlichtungen. Arten der Gattung Xysticus leben dagegen häufig in der Bodenstreu, unter Steinen und Rinde oder in der niedrigen Krautschicht. Ozyptila-Arten bevorzugen trockene, warme Standorte mit spärlicher Vegetation.

Ernährung

Krabbenspinnen sind ausnahmslos räuberisch und ernähren sich von Insekten und anderen Gliederfüßern. Sie bauen keine Fangnetze, sondern jagen als Lauerjäger. Die blütenbewohnenden Arten sitzen regungslos auf Blütenköpfen und warten, bis ein Bestäuber – etwa eine Honigbiene, Hummel, Schwebfliege oder ein Schmetterling – in Reichweite kommt. Der Zugriff erfolgt blitzschnell mit den beiden verlängerten vorderen Beinpaaren.

Das Gift der Krabbenspinnen wirkt neurotoxisch und lähmt die Beute innerhalb von Sekunden. Es wird über die Cheliceren injiziert, vorzugsweise in den Kopf- oder Halsbereich des Beutetiers. Die Verdauung erfolgt extraintestinal: Die Spinne spritzt Verdauungsenzyme in das Beutetier und saugt die verflüssigte Nahrung anschließend auf. Krabbenspinnen können Beutetiere überwältigen, die ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichts wiegen – ein Weibchen von Misumena vatia erbeutet regelmäßig Hummeln, die drei- bis viermal so schwer sind wie die Spinne selbst.

Verhalten & Lebensweise

Krabbenspinnen sind überwiegend tagaktiv, was mit ihrer Jagdstrategie auf blütenbesuchende Insekten zusammenhängt. Sie leben solitär und beanspruchen kein festes Revier, wechseln jedoch ihre Sitzwarte je nach Blütenangebot. Studien haben gezeigt, dass Misumena vatia gezielt Blüten aufsucht, die von Bestäubern häufig angeflogen werden, und unproduktive Standorte nach einiger Zeit verlässt.

Die Fortbewegung erfolgt seitwärts ebenso fließend wie vorwärts – ein weiteres Merkmal, das an Krabben erinnert. Im Gegensatz zu vielen anderen Spinnen produzieren Krabbenspinnen keinen Sicherheitsfaden beim Laufen. Einige bodenlebende Arten der Gattung Xysticus zeigen eine gewisse Nachtaktivität und jagen in der Laubstreu.

Gegenüber dem Menschen sind Krabbenspinnen völlig ungefährlich. Ihre Cheliceren können die menschliche Haut in der Regel nicht durchdringen, und das Gift hat auf Wirbeltiere keine relevante Wirkung.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in Mitteleuropa meist in die Monate Mai bis Juli. Das Männchen