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Kreuzspinne

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Tierart – Spinnentiere > Webspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Araneus diadematus (Clerck, 1757)
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
  • Gattung: Araneus
  • Lebensraum: Waldränder, Hecken, Gärten, Gebüsche, Parks, Hauswände
  • Größe: Weibchen 10–18 mm Körperlänge, Männchen 5–10 mm
  • Gewicht: Weibchen bis ca. 1,5 g, Männchen deutlich leichter
  • Lebenserwartung: Etwa 12–18 Monate; Männchen sterben meist kurz nach der Paarung

Aussehen & Merkmale

Die Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) gehört zu den bekanntesten und häufigsten Webspinnen Mitteleuropas. Ihr auffälligstes Erkennungsmerkmal ist die helle, kreuzförmige Zeichnung auf dem Opisthosoma (Hinterleib), die aus fünf weißen oder gelblichen Flecken besteht – vier längliche Punkte bilden das eigentliche Kreuz, ein weiterer Punkt sitzt an dessen Mittelpunkt. Diese namensgebende Zeichnung entsteht durch mit Guanin gefüllte Zellen in der Haut, die das Licht reflektieren.

Die Grundfärbung des Körpers variiert stark: Sie reicht von hellem Gelbbraun über Rotbraun bis hin zu sehr dunklem Braun, nahezu Schwarz. Diese Variabilität hängt unter anderem von der Umgebung und der Ernährung des jeweiligen Tieres ab. Der Hinterleib ist beim Weibchen deutlich voluminöser und kugeliger als beim schlankeren Männchen. Der Vorderkörper (Prosoma) ist von einem harten Chitinschild bedeckt und trägt die acht Laufbeine sowie die Cheliceren (Kieferklauen) mit den Giftdrüsen. Wie alle Webspinnen besitzt die Kreuzspinne acht Augen, die in zwei Reihen angeordnet sind. Am hinteren Ende des Hinterleibs befinden sich drei Paar Spinnwarzen, aus denen die Spinnenseide austritt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gartenkreuzspinne erstreckt sich über die gesamte Paläarktis. Sie kommt in ganz Europa, in Teilen Nordafrikas sowie in gemäßigten Regionen Asiens vor. Darüber hinaus wurde sie nach Nordamerika eingeschleppt, wo sie sich in einigen Regionen etabliert hat.

Als Habitat bevorzugt Araneus diadematus halboffene Strukturen mit vertikalen Elementen, an denen das Radnetz aufgespannt werden kann. Typische Biotope sind Waldränder, Lichtungen, Hecken, Gebüsche, Gärten und Parks. In menschlichen Siedlungen nutzt sie bereitwillig Zäune, Fensterrahmen, Dachvorsprünge und Regenrinnen als Netzanker. Die Art ist von der Ebene bis in Höhenlagen von etwa 2.000 Metern anzutreffen und zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Standortbedingungen.

Ernährung

Die Kreuzspinne ernährt sich ausschließlich räuberisch. Ihre Hauptbeute sind fliegende Insekten wie Fliegen, Mücken, Wespen, Schmetterlinge und kleine Käfer, die sich in ihrem Radnetz verfangen. Die Spinne registriert den Einschlag einer Beute über Vibrationen im Netz, die sie mit spezialisierten Sinnesorganen an ihren Beinen (Spaltsinnesorgane) wahrnimmt. Anschließend eilt sie zur Beute, wickelt diese mit Spinnfäden ein und injiziert über die Cheliceren ein Gemisch aus Gift und Verdauungsenzymen. Das Gift lähmt das Beutetier, während die Enzyme dessen Körperinneres verflüssigen – die Spinne saugt die vorverdaute Nahrung dann aus. Diese Form der extraintestinalen Verdauung ist typisch für Webspinnen.

Bei reichhaltigem Fang werden eingewickelte Beutetiere auch als Vorrat im Netz deponiert und später verzehrt. Beschädigte Netze werden häufig am Abend verzehrt, um die enthaltenen Proteine wiederzuverwerten, bevor ein neues Netz gebaut wird.

Verhalten & Lebensweise

Die Gartenkreuzspinne ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Der Netzbau erfolgt meist in den Abend- oder frühen Morgenstunden und dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Das fertige Radnetz kann einen Durchmesser von bis zu 70 Zentimetern erreichen und besteht aus bis zu 35 Metern Spinnfaden. Die Konstruktion folgt einem stereotypen Muster: Zunächst werden Rahmenfäden und Radien gespannt, anschließend wird die Fangspirale aus klebstoffbeschichteten Fäden von außen nach innen eingetragen. In der Netzmitte befindet sich die sogenannte Nabe, auf der die Spinne häufig ruht oder von der aus sie ein Signalfaden zu einem nahegelegenen Schlupfwinkel führt.

Kreuzspinnen leben solitär und verteidigen ihr Netz als Revier gegen Artgenossen. Bei Störung lässt sich die Spinne mitunter blitzschnell an einem Sicherheitsfaden zu Boden fallen (Thanatose oder Fallreflex) oder versetzt das Netz durch rhythmische Körperbewegungen in schnelle Schwingungen, um für potenzielle Fressfeinde schwerer greifbar zu sein.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit der Gartenkreuzspinne fällt in Mitteleuropa auf die Monate August bis Oktober. Das Männchen sucht aktiv nach einem Weibchen, indem es dessen Netz anhand von Pheromonen aufspürt. Die Balz ist ein riskantes Unterfangen: Das Männchen nähert sich vorsichtig über einen eigens gespannten Bewerbungsfaden und zupft in artspezifischem Rhythmus an den Netzfäden, um sich als Geschlechtspartner zu identifizieren und nicht als Beute behandelt zu werden.

Die Spermienübertragung erfolgt über die Pedipalpen des Männchens, die als spezialisierte Kopulationsorgane (Bulbi) dienen. Nach der Paarung stirbt das Männchen meist innerhalb weniger Tage oder