Keiljungfer
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Gomphus (Gattung) / Familie Gomphidae
- Ordnung: Libellen (Odonata)
- Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
- Familie: Flussjungfern (Gomphidae)
- Lebensraum: Fließgewässer, seltener Stillgewässer mit sandigem oder kiesigem Grund
- Körperlänge: 45–60 mm (je nach Art)
- Flügelspannweite: 55–70 mm
- Gewicht: ca. 0,5–1,5 g
- Lebenserwartung: 2–4 Jahre (überwiegend als Larve), Imagines leben wenige Wochen bis Monate
Aussehen & Merkmale
Keiljungfern gehören zur Familie der Flussjungfern (Gomphidae) und sind mittelgroße Großlibellen mit einem vergleichsweise robusten, aber schlanken Körperbau. Ihr auffälligstes Merkmal ist die namensgebende keilförmige Verbreiterung am Hinterleibsende, die besonders bei den Männchen ausgeprägt ist. Diese Verdickung der letzten Abdominalsegmente unterscheidet die Gattung Gomphus optisch von vielen anderen Libellengruppen.
Die Grundfärbung des Körpers variiert je nach Art, zeigt aber typischerweise ein Muster aus Schwarz und Gelb oder Grüngelb. Die Thorax-Oberseite trägt deutliche schwarze Längsstreifen auf hellem Grund, während das Abdomen überwiegend schwarz gefärbt ist mit gelben Seitenflecken oder Längslinien. Die Augen sind – im Gegensatz zu vielen anderen Großlibellen – deutlich voneinander getrennt und berühren sich auf der Kopfoberseite nicht. Dieses Merkmal ist ein zuverlässiges Erkennungszeichen aller Gomphidae. Die Augen sind grün bis blaugrün gefärbt.
Die Flügel sind glasklar und ungefleckt, das Flügelmal (Pterostigma) ist relativ kurz und dunkel. Die Beine sind kräftig und mit Dornen besetzt, was das Ergreifen von Beuteinsekten im Flug erleichtert.
Lebensraum & Verbreitung
In Mitteleuropa kommen mehrere Arten der Keiljungfern vor. Die bekannteste ist die Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus), daneben existieren die Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus) und – in einigen Regionen – die Gelbe Keiljungfer (Gomphus simillimus). Die verwandten Gattungen Onychogomphus (Zangenlibellen) und Ophiogomphus (Grüne Flussjungfer) werden gelegentlich ebenfalls unter dem Oberbegriff der Flussjungfern zusammengefasst, gehören aber nicht zur Gattung Gomphus im engeren Sinne.
Das Verbreitungsgebiet der Gemeinen Keiljungfer erstreckt sich von Westeuropa bis nach Zentralasien. In Deutschland besiedelt sie vor allem die größeren Flussniederungen, kommt aber auch an Bächen und Kanälen vor. Entscheidend für die Habitatwahl ist die Beschaffenheit des Gewässergrundes: Die Larven benötigen sandige, schlammige oder feinkiesige Substrate, in die sie sich eingraben können. Stark verbaute oder verschmutzte Gewässer werden gemieden. Die Westliche Keiljungfer bevorzugt dagegen eher stehende oder langsam fließende Gewässer und kommt in Deutschland hauptsächlich im Westen und Nordwesten vor.
Als typisches Biotop dienen naturnahe Flussabschnitte mit wechselnden Strömungsverhältnissen, Kiesbänken und Ufervegetation. Die Imagines halten sich nach dem Schlupf häufig in angrenzenden Wiesen, Waldlichtungen und Wegrändern auf – oft weit entfernt vom Gewässer.
Ernährung
Keiljungfern sind sowohl als Larven als auch als ausgewachsene Tiere räuberische Insekten. Die Larven leben im Sediment des Gewässerbodens und lauern dort auf Beute. Sie ernähren sich von Zuckmückenlarven, Eintagsfliegenlarven, kleinen Krebstieren und anderen wirbellosen Wasserbewohnern. Ihre Fangmaske – ein umgewandeltes Mundwerkzeug – wird blitzschnell vorgeschleudert, um vorbeikommende Beutetiere zu ergreifen.
Die erwachsenen Libellen jagen im Flug oder von Sitzwarten aus. Sie erbeuten kleinere Fluginsekten wie Mücken, Fliegen und kleine Schmetterlinge. Anders als viele Edellibellen (Aeshnidae) sind Keiljungfern keine ausdauernden Patrouillenjäger, sondern starten bevorzugt von erhöhten Positionen zu kurzen Jagdflügen und kehren danach auf ihren Ansitz zurück.
Verhalten & Lebensweise
Keiljungfern sind tagaktive Insekten. Ihre Hauptflugzeit liegt je nach Art und Region zwischen Mai und August. Typisch für die Gattung ist das ausgeprägte Sitzverhalten: Die Tiere ruhen häufig auf Steinen, Kiesbänken, Wegen oder niedriger Vegetation am Boden – eine Gewohnheit, die sie von vielen anderen Großlibellen unterscheidet, die eher erhöhte Sitzwarten bevorzugen oder dauernd in der Luft patrouillieren.
Männchen besetzen keine dauerhaften Reviere am Wasser. Stattdessen erscheinen sie in unregelmäßigen Abständen am Gewässer, um nach paarungsbereiten Weibchen zu suchen. Diese vergleichsweise lockere Territorialität führt dazu, dass Keiljungfern weniger auffällig sind als etwa Edellibellen oder Segellibellen, die konstant über dem Wasser patrouillieren.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung erfolgt in der für Libellen typischen Tandemstellung und dem anschließenden Paarungsrad. Nach der Kopulation legt das Weibchen die Eier allein ab, indem es im Flug die Hinterleibsspitze rhythmisch in die Wasseroberfläche taucht und dabei kleine Eipakete abstreift. Dieser Vorgang wird als Eiablage im Flug oder „Wippflug