Mosaikjungfer
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Aeshna spp. (häufigste Art: Blaugrüne Mosaikjungfer, Aeshna cyanea)
- Ordnung: Libellen (Odonata)
- Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
- Familie: Edellibellen (Aeshnidae)
- Gattung: Aeshna
- Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, Gartenteiche, Waldränder
- Körperlänge: 60–80 mm (je nach Art)
- Flügelspannweite: 80–110 mm
- Gewicht: ca. 0,5–1,5 g
- Lebenserwartung: 1–3 Jahre (davon der Großteil als Larve); Imagines leben wenige Wochen bis Monate
Aussehen & Merkmale
Mosaikjungfern gehören zu den größten einheimischen Libellen und fallen durch ihren kräftigen, langgestreckten Körperbau auf. Der Hinterleib (Abdomen) ist zylindrisch und trägt ein charakteristisches Mosaik aus farbigen Flecken – daher der deutsche Name. Bei den Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) dominieren blaue und grüne Flecken auf schwarzem Grund, während Weibchen überwiegend grüne bis gelbgrüne Zeichnungen aufweisen. Dieser Geschlechtsdimorphismus in der Färbung ist ein gutes Bestimmungsmerkmal im Feld.
Der Thorax ist robust und seitlich mit breiten, hellen Antehumeralstreifen versehen. Die großen Facettenaugen stoßen am Scheitel zusammen – ein typisches Merkmal der Großlibellen, das sie von den Kleinlibellen (Zygoptera) unterscheidet, deren Augen deutlich getrennt stehen. Die vier durchsichtigen, netzartig geäderten Flügel sind in Ruhestellung seitlich ausgestreckt und werden nie nach hinten zusammengelegt. Sowohl Flügeladerung als auch die Form des Flügeldreiecks dienen der taxonomischen Zuordnung innerhalb der Aeshnidae.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Aeshna erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis, Nordamerikas und Teile Asiens. In Mitteleuropa kommen etwa zehn Arten vor, darunter neben der Blaugrünen Mosaikjungfer auch die Braune Mosaikjungfer (Aeshna grandis), die Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta) und die Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea).
Als Habitat bevorzugen Mosaikjungfern stehende bis langsam fließende Gewässer: Weiher, Teiche, Moorgewässer, Altarme und Gartenteiche. Die Torf-Mosaikjungfer ist dabei eng an saure Hochmoor-Biotope gebunden, während die Blaugrüne Mosaikjungfer zu den anpassungsfähigsten Arten zählt und selbst kleine, halbschattige Gartenteiche besiedelt. Abseits der Fortpflanzungsgewässer jagen Mosaikjungfern entlang von Waldrändern, Hecken, über Wiesen und durchaus auch in Siedlungsbereichen – sie sind regelmäßig in Gärten und Parks anzutreffen.
Ernährung
Mosaikjungfern sind ausnahmslos räuberisch – sowohl als Larven im Wasser als auch als geflügelte Imagines. Die Larven (Nymphen) ernähren sich von Wasserflöhen, Mückenlarven, Kleinkrebsen und bei größeren Larvenstadien auch von Kaulquappen und kleinen Fischbrütlingen. Zum Beutefang besitzen sie eine spezialisierte, vorschnellbare Unterlippe (Fangmaske, Labium), die in Sekundenbruchteilen nach vorn geschleudert wird.
Die erwachsenen Libellen erbeuten im Flug vor allem Mücken, Fliegen, kleinere Schmetterlinge, Blattläuse und andere Fluginsekten. Dabei nutzen sie ihre hervorragende Sehleistung – die Facettenaugen bestehen aus bis zu 30.000 Einzelaugen (Ommatidien) und ermöglichen ein nahezu lückenloses Panoramasehen. Die Beute wird mit den zu einem Fangkorb geformten, bedornten Beinen im Flug gegriffen und noch während des Fluges verzehrt.
Verhalten & Lebensweise
Mosaikjungfern sind tagaktive Jäger und gehören zu den ausdauerndsten Fliegern unter den Libellen. Männchen patrouillieren regelmäßig entlang festgelegter Flugrouten an ihren Fortpflanzungsgewässern und verteidigen ein Revier energisch gegen Artgenossen und andere Libellenarten. Dabei kommt es zu rasanten Verfolgungsjagden mit abrupten Richtungswechseln. Die Fluggeschwindigkeit kann 40 km/h erreichen, im Sturzflug noch darüber.
Anders als viele andere Großlibellen jagen Mosaikjungfern häufig auch fernab von Gewässern. Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist dafür bekannt, neugierig auf Menschen zuzufliegen – sie inspiziert dabei mögliche Beutetiere oder reagiert auf Körperwärme und Bewegung. Gegen Abend suchen die Tiere geschützte Schlafplätze in der Vegetation auf. Die Flugzeit der meisten mitteleuropäischen Arten liegt zwischen Juni und Oktober, wobei die Herbst-Mosaikjungfer ihrem Namen entsprechend erst ab August in größerer Zahl auftritt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung beginnt mit dem Ergreifen des Weibchens durch das Männchen im Flug. Das Männchen umklammert dabei den Hinterkopf des Weibchens mit seinen Hinterleibsanhängen (Cerci) – es entsteht das sogenannte Tandem. Das Weibchen krümmt seinen Hinterleib nach vorn zum sekundären Kopulationsorgan des Männchens an dessen zweitem Abdominalsegment, wodurch das typische Paarungsrad entsteht. Die Kopulation kann im Flug oder in der Vegetation stattfinden und dauert je nach Art zwischen wenigen Minuten und über einer Stunde.
Die Eiablage erfolgt artspezifisch: Die