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Pechlibelle

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Tierart – Insekten > Libellen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ischnura elegans (Große Pechlibelle); Gattung Ischnura
  • Ordnung: Libellen (Odonata)
  • Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
  • Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae)
  • Gattung: Ischnura
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, Teiche, Weiher, Gräben
  • Körperlänge: 27–35 mm (Große Pechlibelle), 24–30 mm (Kleine Pechlibelle)
  • Flügelspannweite: ca. 35–45 mm
  • Gewicht: unter 0,5 g
  • Lebenserwartung: Imagines ca. 2–6 Wochen; gesamter Lebenszyklus einschließlich Larvalstadium etwa ein Jahr

Aussehen & Merkmale

Unter dem deutschen Namen „Pechlibelle" werden in Mitteleuropa vor allem zwei Arten der Gattung Ischnura zusammengefasst: die Große Pechlibelle (Ischnura elegans) und die Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio). Beide gehören zur Unterordnung der Kleinlibellen (Zygoptera) und damit zu den zierlicheren Vertretern der Ordnung Odonata.

Der Körperbau ist schlank und langgestreckt, typisch für Schlanklibellen. Der Thorax zeigt bei den Männchen der Großen Pechlibelle eine blaugrüne bis blaue Grundfärbung mit schwarzen Zeichnungselementen auf der Oberseite. Das namensgebende Merkmal ist das weitgehend schwarz – „pechfarben" – gefärbte Abdomen. Nur das achte Hinterleibssegment trägt bei Männchen einen auffällig blauen Fleck, der als sicheres Bestimmungsmerkmal dient. Das Flügelmal (Pterostigma) ist zweifarbig: innen hell, außen dunkel – ein weiteres diagnostisches Merkmal.

Weibchen treten in mehreren Farbformen auf, ein für Libellen ungewöhnliches Phänomen, das als Polychromatismus bezeichnet wird. Es gibt eine androchrome Form, die den Männchen ähnelt, sowie violette, olivgrüne und bräunliche Varianten. Dieser Farbpolymorphismus hat Bedeutung für die Partnerwahl und wurde in zahlreichen Studien zur sexuellen Selektion untersucht.

Die Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio) ist etwas kleiner und schmaler gebaut. Bei ihr trägt das neunte Segment den blauen Fleck, und frisch geschlüpfte Weibchen zeigen eine auffällig orangefarbene Zeichnung, die mit zunehmender Reife verblasst.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Großen Pechlibelle erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis – von Westeuropa und Nordafrika über den Nahen Osten bis nach Zentralasien und Japan. In Mitteleuropa zählt Ischnura elegans zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Libellenarten überhaupt.

Als Habitat bevorzugt die Große Pechlibelle stehende oder sehr langsam fließende Gewässer. Teiche, Weiher, Baggerseen, Gartenteiche, Gräben und selbst leicht eutrophe Gewässer werden besiedelt. Die Art gilt als ausgesprochen anpassungsfähig und besiedelt auch anthropogen geschaffene Biotope wie Regenrückhaltebecken und Klärteiche. Diese geringe Empfindlichkeit gegenüber Wasserqualität unterscheidet sie von vielen anderen Libellenarten.

Die Kleine Pechlibelle ist dagegen stärker auf Pioniergewässer und temporäre Kleingewässer angewiesen – flache, besonnte Tümpel, Quellbereiche und frisch entstandene Gewässer. Sie tritt daher deutlich seltener und lokaler auf.

Ernährung

Pechlibellen ernähren sich als Imagines räuberisch von kleinen Fluginsekten. Zu ihrer Beute gehören Blattläuse, kleine Fliegen, Mücken und andere Kleininsekten, die im Flug oder von der Sitzwarte aus erbeutet werden. Die Jagd erfolgt visuell; die großen Facettenaugen ermöglichen eine präzise Ortung der Beute.

Die aquatisch lebenden Larven (Prolarven und spätere Larvenstadien) ernähren sich ebenfalls räuberisch. Sie erbeuten Wasserflöhe, kleine Insektenlarven, Würmer und andere wirbellose Wasserorganismen. Als Fangwerkzeug dient die sogenannte Fangmaske – eine umgebildete Unterlippe (Labium), die blitzschnell vorgeschnellt werden kann, um Beutetiere zu ergreifen.

Verhalten & Lebensweise

Pechlibellen sind tagaktive Insekten mit einer Flugzeit, die in Mitteleuropa je nach Witterung von Mai bis September reicht. An warmen Tagen sind sie durchgängig aktiv, bei kühler Witterung verharren sie in der Vegetation.

Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten an den Gewässerufern, wobei die Reviere bei Ischnura elegans weniger streng verteidigt werden als bei vielen anderen Libellenarten. Die Tiere halten sich bevorzugt in Ufernähe auf, in niedriger Vegetation über dem Wasser oder in angrenzenden Wiesen. Weite Distanzflüge kommen selten vor; Pechlibellen gelten als eher standorttreue Arten, obwohl einzelne Individuen durchaus mehrere Kilometer zurücklegen können.

In dichten Populationen lassen sich an günstigen Gewässerabschnitten hunderte Individuen gleichzeitig beobachten, ohne dass es zu einer echten Schwarmbildung im engeren Sinne kommt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung der Pechlibellen folgt dem für Libellen typischen Muster. Das Männchen ergreift das Weibchen mit seinen Hinterleibsanhängen (Cerci) am Prothorax – es entsteht das sogenannte Tandem. Anschließend bildet das Paar ein Paarungsrad, in dem die eigentliche Kopulation stattfindet. Dieser Vorgang kann bei