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Pelomedusenschildkröte

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Tierart – Reptilien > Schildkröten – Wasser

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pelomedusa subrufa (Bonnaterre, 1789)
  • Ordnung: Schildkröten (Testudines)
  • Unterordnung: Halswender-Schildkröten (Pleurodira)
  • Familie: Pelomedusidae
  • Gattung: Pelomedusa
  • Lebensraum: Stehende und temporäre Gewässer, Savannen, Halbwüsten
  • Größe: Carapaxlänge 15–33 cm
  • Gewicht: 0,5–3 kg
  • Lebenserwartung: 30–50 Jahre (in Gefangenschaft bis über 50 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Die Pelomedusenschildkröte, auch als Starrbrust-Pelomedusen-Schildkröte oder im Englischen als „African Helmeted Turtle" bekannt, besitzt einen flachen, oval geformten Rückenpanzer (Carapax), dessen Färbung von olivbraun über dunkelbraun bis nahezu schwarz reicht. Der Bauchpanzer (Plastron) ist deutlich heller und zeigt gelbliche bis cremefarbene Töne. Anders als bei den Scharniergelenk-Schildkröten der Gattung Pelusios ist das Plastron der Pelomedusenschildkröte starr – es fehlt ein bewegliches Scharnier, was die Art von verwandten Formen der Familie Pelomedusidae klar unterscheidet.

Der Kopf ist breit und abgeflacht, die Schnauze kurz und stumpf. An der Unterseite des Kinns befinden sich zwei auffällige Barteln, die als Tastorgane dienen. Die Haut von Kopf und Gliedmaßen ist grau bis olivfarben und mit kleinen Schuppen bedeckt. An den Vorderbeinen sitzen fünf, an den Hinterbeinen vier Krallen. Die Füße sind mit Schwimmhäuten ausgestattet, die eine effiziente Fortbewegung im Wasser ermöglichen.

Als Vertreterin der Halswender-Schildkröten (Pleurodira) zieht die Pelomedusenschildkröte ihren Kopf bei Gefahr nicht nach hinten in den Panzer zurück, sondern legt ihn seitlich unter den Panzerrand. Dieses Merkmal unterscheidet die gesamte Unterordnung grundlegend von den in Europa verbreiteten Halsberger-Schildkröten (Cryptodira).

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Pelomedusenschildkröte erstreckt sich über weite Teile des afrikanischen Kontinents südlich der Sahara. Die Art kommt von Westafrika über das zentrale und östliche Afrika bis nach Südafrika und Madagaskar vor. Vereinzelte Populationen wurden zudem auf der Arabischen Halbinsel, insbesondere im Jemen, nachgewiesen.

Ihr bevorzugtes Habitat sind flache, stehende oder langsam fließende Gewässer wie Teiche, Pfützen, Überschwemmungsflächen, Bewässerungsgräben und temporäre Regenwassertümpel. Anders als viele andere Wasserschildkröten ist Pelomedusa subrufa nicht auf permanente Gewässer angewiesen. In Savannen und Halbwüsten besiedelt sie selbst kurzlebige Wasseransammlungen, die nur während der Regenzeit bestehen. Diese Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Biotope erklärt die weite Verbreitung der Art.

Taxonomisch wurde die Gattung Pelomedusa lange als monotypisch betrachtet. Neuere genetische Studien haben jedoch gezeigt, dass unter dem Namen Pelomedusa subrufa mehrere kryptische Arten zusammengefasst wurden. Inzwischen werden bis zu zehn Arten innerhalb der Gattung unterschieden, darunter Pelomedusa galeata und Pelomedusa olivacea. Die genaue Artabgrenzung ist Gegenstand laufender Forschung.

Ernährung

Die Pelomedusenschildkröte ist ein opportunistischer Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf tierischer Kost. Zu ihrem Nahrungsspektrum gehören Insekten und deren Larven, Würmer, Schnecken, Krebstiere, kleine Fische und Amphibien. Auch Aas wird regelmäßig gefressen. Pflanzliche Nahrung wie Wasserpflanzen und Algen ergänzt den Speiseplan.

Beim Beutefang zeigt die Art ein kooperatives Jagdverhalten, das bei Schildkröten selten zu beobachten ist: Mehrere Individuen können gemeinsam größere Beutetiere wie Tauben oder andere Vögel, die zum Trinken ans Wasser kommen, unter Wasser ziehen und ertränken. Die kräftigen Kiefer ermöglichen es, auch hartschalige Beutetiere zu zerkleinern.

Verhalten & Lebensweise

Die Pelomedusenschildkröte ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigt aber je nach Lebensraum und Witterung auch tagsüber Aktivität. Tagsüber sonnt sie sich gelegentlich an Land oder auf aus dem Wasser ragenden Ästen und Steinen, um ihre Körpertemperatur zu regulieren – ein typisches Thermoregulationsverhalten ektothermer Reptilien.

In Trockenperioden, wenn ihr Gewässer austrocknet, gräbt sich die Schildkröte in den feuchten Schlamm am Gewässergrund ein und fällt in eine Trockenruhe (Ästivation). In diesem Ruhezustand kann sie mehrere Monate ohne Wasser und Nahrung überdauern. Sobald die Regenfälle einsetzen und das Habitat erneut geflutet wird, erwacht sie und nimmt ihre Aktivität wieder auf. Auf der Suche nach neuen Gewässern legen die Tiere mitunter beträchtliche Strecken über Land zurück.

Gegenüber Artgenossen verhält sich die Pelomedusenschildkröte weitgehend tolerant, zeigt jedoch kein ausgeprägtes Sozialverhalten. Revierbildung ist nicht bekannt. Bei Bedrohung sondert sie aus Drüsen an den Hinterbeinen ein stark riechendes Sekret ab, das potenzielle Fressfeinde abschrecken soll.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in der Regel in die späte Regenzeit. Der Balz geht ein Verfolgungsritual voraus, bei dem das