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Qualle

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Tierart – Wirbellose > Nesseltiere & Stachelhäuter

Steckbrief

  • Wissenschaftliche Bezeichnung: Scyphozoa (Schirmquallen), Cubozoa (Würfelquallen), Hydrozoa (Hydromedusen)
  • Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
  • Klassen: Scyphozoa, Cubozoa, Hydrozoa (jeweils mit Medusenform)
  • Lebensraum: Meere weltweit, vereinzelt Süßwasser
  • Größe: wenige Millimeter (Hydromedusen) bis über 2 Meter Schirmdurchmesser (Löwenmähnenqualle, Cyanea capillata); Tentakellängen bis über 30 Meter
  • Gewicht: artabhängig von unter 1 Gramm bis über 200 Kilogramm (Nomura-Qualle, Nemopilema nomurai)
  • Lebenserwartung: wenige Monate bis mehrere Jahre; die Unsterbliche Qualle (Turritopsis dohrnii) kann ihren Lebenszyklus theoretisch unbegrenzt zurücksetzen

Aussehen & Merkmale

Der Körper einer Qualle – zoologisch als Meduse bezeichnet – besteht zu rund 95–98 Prozent aus Wasser. Die namensgebende Schirmform (Umbrella) wird von der Mesogloea gebildet, einer gallertartigen, zellfreien Stützschicht zwischen der äußeren Epidermis und der inneren Gastrodermis. Quallen besitzen weder Skelett noch Blutgefäße, Herz oder Gehirn. Ein diffuses Nervennetz koordiniert Muskelkontraktionen und Sinnesreize.

Am Schirmrand sitzen bei vielen Arten Rhopalien – Sinnesorgane, die Schwerkraft, Licht und chemische Reize wahrnehmen. Würfelquallen (Cubozoa) verfügen sogar über vier Gruppen komplexer Linsenaugen, die eine grobe Bilderkennung ermöglichen. An der Unterseite des Schirms hängt das Manubrium, ein Mundrohr, das in den Gastralraum führt. Von dort aus verlaufen Radiärkanäle in den Schirmrand. Die Tentakel, die am Schirmrand oder am Manubrium entspringen, tragen dicht angeordnete Nesselzellen (Cnidozyten). Diese enthalten Nesselkapseln (Nematozysten), die bei Berührung in Mikrosekunden ausstülpen und Gift injizieren können.

Die Färbung reicht von vollständig transparent über bläulich, rosa und orange bis zu tiefrot und violett. Manche Arten wie die Leuchtqualle (Pelagia noctiluca) zeigen Biolumineszenz und leuchten im Dunkeln grünlich oder blau.

Lebensraum & Verbreitung

Quallen besiedeln nahezu sämtliche marinen Habitate – von flachen Küstengewässern und Korallenriffen über die offene Hochsee bis in die Tiefsee. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Polarmeeren bis in tropische Gewässer. Einige wenige Arten, darunter die Süßwasserqualle (Craspedacusta sowerbii), kommen in Seen und langsam fließenden Flüssen vor.

Die höchste Artendichte findet sich in tropischen und subtropischen Meeren. In gemäßigten Breiten treten Quallen vor allem in den Sommermonaten massenhaft auf. Strömungen, Wassertemperatur und Nährstoffgehalt bestimmen, wo sich Schwärme – oft als „Quallenblooms" bezeichnet – konzentrieren. Diese Massenansammlungen haben in den letzten Jahrzehnten weltweit zugenommen, was mit der Erwärmung der Ozeane, Überfischung natürlicher Fressfeinde und Eutrophierung in Verbindung gebracht wird.

Ernährung

Quallen sind räuberische Carnivoren. Ihr Beutespektrum umfasst Zooplankton, Fischlarven, kleine Krebstiere, andere Quallen und gelegentlich juvenile Fische. Die Nesselkapseln an den Tentakeln lähmen oder töten die Beute, die anschließend über die Tentakel zum Mundrohr transportiert und in den Gastralraum befördert wird. Die Verdauung erfolgt sowohl extrazellulär im Gastralraum als auch intrazellulär in der Gastrodermis. Unverdauliche Reste werden über die Mundöffnung wieder ausgestoßen, da ein separater After fehlt.

Manche Arten wie die Gepunktete Wurzelmundqualle (Phyllorhiza punctata) filtrieren Plankton aus dem Wasser, indem sie mit ihren verzweigten Mundarmen eine große Oberfläche schaffen. Einige tropische Quallen, etwa die Mastigias-Arten in den Quallenseen von Palau, beherbergen symbiotische Zooxanthellen in ihrem Gewebe und decken einen Teil ihres Energiebedarfs durch Photosynthese.

Verhalten & Lebensweise

Quallen sind pelagische Organismen und verbringen ihr Medusenstadium überwiegend freischwimmend. Durch rhythmische Kontraktionen des Schirms erzeugen sie einen Rückstoß und bewegen sich so aktiv durch das Wasser. Dennoch sind sie überwiegend Plankton – ihre Fortbewegung reicht nicht aus, um gegen starke Meeresströmungen anzukommen. Wind, Gezeiten und Strömungen bestimmen daher maßgeblich ihren Aufenthaltsort.

Viele Arten zeigen ein ausgeprägtes Vertikalwanderungsverhalten: Sie steigen nachts in oberflächennahe Schichten auf, um Plankton zu fressen, und sinken tagsüber in tiefere Zonen ab. Würfelquallen gelten als aktive Schwimmer mit gezieltem Jagdverhalten – sie können Hindernissen ausweichen und reagieren auf Lichtreize.

Quallen bilden keine sozialen Verbände. Die teils riesigen Schwärme entstehen passiv durch Strömungskonvergenz und günstige Nahrungsbedingungen, nicht durch aktive Gruppenbildung.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Lebenszyklus der meisten Schirmquallen (Scyphozoa) verläuft in einem Generationswechsel zwischen einer sessilen Polypengeneration und einer freischwimmenden Medusengeneration. Die erwachsenen Medusen sind getrenntgeschlechtlich. Eizellen und Spermien werden ins freie Wasser abgegeben, wo die Befruchtung stattfindet. Aus der befruchteten Eizelle entwickelt sich eine bewimperte Planulalarve, die sich am Meeresboden festsetzt und zu