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Schlangenstern

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Tierart – Wirbellose > Nesseltiere & Stachelhäuter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ophiuroidea (Klasse)
  • Stamm: Stachelhäuter (Echinodermata)
  • Klasse: Schlangensterne (Ophiuroidea)
  • Ordnungen: u. a. Ophiurida, Euryalida
  • Anzahl bekannter Arten: ca. 2.100
  • Lebensraum: Meeresböden weltweit, von der Gezeitenzone bis in die Tiefsee (über 6.000 m Tiefe)
  • Größe: Körperscheibe 1–3 cm Durchmesser; Armspannweite je nach Art bis zu 60 cm
  • Gewicht: wenige Gramm bis etwa 50 g
  • Lebenserwartung: 5–10 Jahre, einige Tiefsearten vermutlich länger

Aussehen & Merkmale

Schlangensterne gehören zum Stamm der Stachelhäuter und werden häufig mit den nah verwandten Seesternen verwechselt. Die äußere Ähnlichkeit täuscht jedoch über wesentliche anatomische Unterschiede hinweg. Die zentrale Körperscheibe der Schlangensterne ist deutlich vom Ansatz der Arme abgesetzt – bei Seesternen gehen Arme und Scheibe fließend ineinander über. In der Regel besitzen Schlangensterne fünf lange, schlanke Arme, die aus zahlreichen Wirbelgliedern (Vertebrae) bestehen und von kleinen Kalkplättchen, den sogenannten Lateralschildern, geschützt werden. Entlang der Arme sitzen kurze, oft bedornte Stacheln, deren Anzahl und Form ein wichtiges Bestimmungsmerkmal auf Gattungs- und Artebene darstellt.

Die Körperscheibe ist an der Oberseite (Dorsalseite) von Radialschildern bedeckt und trägt auf der Unterseite (Ventralseite) den Mund mit fünf Kiefern. Ein After fehlt den Schlangensternen – unverdauliche Nahrungsreste werden über den Mund wieder ausgeschieden. Die Färbung variiert artabhängig von unauffälligem Grau, Braun und Sand über leuchtende Rot- und Orangetöne bis hin zu gebänderten oder gefleckten Mustern. Einige Tiefsearten zeigen Biolumineszenz und erzeugen in der Dunkelheit ein schwaches Leuchten.

Lebensraum & Verbreitung

Schlangensterne besiedeln nahezu alle marinen Habitate und zählen damit zu den erfolgreichsten Gruppen der Stachelhäuter. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Polarmeeren bis in tropische Korallenriffe, von flachen Gezeitenzonen bis in abyssale Tiefseegräben. Besonders hohe Populationsdichten werden auf weichen Sedimentböden, in Seegraswiesen, zwischen Korallenstöcken und auf Schwammriffen beobachtet. In manchen Tiefseebiotopen können Schlangensterne die dominierende Organismengruppe darstellen und Dichten von mehreren hundert Individuen pro Quadratmeter erreichen.

Die Ordnung Euryalida, zu der die sogenannten Gorgonenhäupter (Gorgonocephalidae) gehören, bewohnt bevorzugt strömungsreiche Riffhänge und nutzt erhöhte Positionen auf Korallen oder Hornkorallen, um Plankton aus dem Wasser zu filtrieren. Die artenreichere Ordnung Ophiurida ist dagegen vorwiegend bodenlebend (epibenthisch) und hält sich unter Steinen, in Spalten oder eingegraben im Substrat auf.

Ernährung

Die Ernährungsweise der Schlangensterne ist vielfältig. Viele Arten sind Detritusfresser und nehmen organische Partikel vom Meeresboden auf. Andere ernähren sich als Suspensionsfresser, indem sie mit ihren Armen Plankton und feinste Schwebeteilchen aus der Wasserströmung filtrieren. Einige Arten erbeuten aktiv kleine wirbellose Tiere wie Borstenwürmer, Kleinkrebse oder Muscheln. Der Mund auf der Körperunterseite dient sowohl der Nahrungsaufnahme als auch dem Ausstülpen des Magens, der bei manchen Arten extern vorverdaut. Die Arme spielen beim Nahrungserwerb eine zentrale Rolle: Sie transportieren Nahrungspartikel über bewimperte Rinnen (Ambulakralfurchen) zum Mund oder umschlingen größere Beutestücke.

Verhalten & Lebensweise

Schlangensterne sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich unter Steinen, in Korallenspalten oder im Sediment und werden erst bei Dunkelheit aktiv. Ihre Fortbewegung unterscheidet sich grundlegend von der der Seesterne: Statt mit Ambulakralfüßchen zu kriechen, schlängeln Schlangensterne ihre Arme in seitlichen Wellenbewegungen – eine Bewegungsform, die ihnen den deutschen Namen eingebracht hat und an die Fortbewegung von Schlangen erinnert. Dadurch sind sie erheblich schneller und wendiger als Seesterne.

Viele Arten leben einzeln, doch in nahrungsreichen Gebieten bilden sich mitunter dichte Ansammlungen. Schlangensterne besitzen kein zentrales Nervensystem im engeren Sinne, sondern einen Nervenring um den Mund sowie radiale Nervenstränge in den Armen. Trotzdem reagieren sie empfindlich auf Licht, Berührung und chemische Reize. Einige Arten verfügen über lichtempfindliche Zellen in der Körperscheibe, die als primitive Augen fungieren können.

Werden Schlangensterne von Fressfeinden – darunter Fische, Krebse und Seesterne – gepackt, können sie Arme oder Armteile gezielt abwerfen (Autotomie). Die verlorenen Gliedmaßen regenerieren innerhalb weniger Wochen bis Monate vollständig.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die meisten Schlangensterne sind getrenntgeschlechtlich, äußere Geschlechtsunterschiede sind jedoch kaum erkennbar. Die Fortpflanzung erfolgt bei vielen Arten durch synchrone Abgabe von Eiern und Spermien ins freie Wasser, wo die Befruchtung stattfindet. Aus den befruchteten Eiern entwickelt sich eine planktische Larve – die sogenannte Ophiopluteus-Larve –, die über mehrere Wochen im Plankton treibt und sich durch mehrere Entwicklungsstadien verwandelt (Metamorphose), bevor sie sich am Boden absetzt.

Einige Arten betre