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Seeanemone

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Tierart – Wirbellose > Nesseltiere & Stachelhäuter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Actiniaria (Ordnung)
  • Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
  • Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
  • Ordnung: Actiniaria
  • Anzahl der Familien: ca. 46
  • Anzahl bekannter Arten: über 1.100
  • Lebensraum: Meeresgewässer weltweit, von der Gezeitenzone bis in die Tiefsee
  • Größe: wenige Millimeter bis über 1 Meter Durchmesser (je nach Art)
  • Gewicht: wenige Gramm bis mehrere Kilogramm
  • Lebenserwartung: mehrere Jahrzehnte, einzelne Individuen vermutlich über 100 Jahre

Aussehen & Merkmale

Seeanemonen – auch als Aktinien bezeichnet – sind wirbellose Meerestiere, die auf den ersten Blick an Blumen erinnern. Ihr Körper ist zylindrisch aufgebaut und besteht aus drei Hauptabschnitten: der Fußscheibe, dem Körperschaft (Mauerblatt oder Scapus) und der Mundscheibe mit den darauf sitzenden Tentakeln. Ein festes Skelett fehlt ihnen vollständig. Stattdessen stabilisieren sie ihren Körper durch ein hydrostatisches System, bei dem die mit Wasser gefüllte Gastralröhre als Stützstruktur dient.

Die Tentakel sind in einem oder mehreren Kränzen rund um die zentrale Mundöffnung angeordnet. Ihre Anzahl variiert je nach Art von wenigen Dutzend bis zu mehreren Hundert. In der Epidermis der Tentakel sitzen zahlreiche Nesselzellen (Cnidozyten), die bei Berührung Nesselkapseln (Nematozysten) abfeuern können. Diese dienen sowohl der Beutefang als auch der Verteidigung. Das Mauerblatt kann glatt, warzig oder mit Saugwarzen besetzt sein, an denen Sandkörner, Muschelstücke oder andere Partikel haften.

Die Farbpalette der Seeanemonen ist ausgesprochen vielfältig: Sie reicht von durchscheinendem Weiß über Gelb, Orange und Rot bis zu tiefem Violett und Grün. Die grüne und braune Färbung vieler Arten geht auf symbiotische Zooxanthellen zurück – einzellige Algen, die im Gewebe der Anemone leben.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Seeanemonen erstreckt sich über sämtliche Ozeane. Sie besiedeln polare Gewässer ebenso wie tropische Korallenriffe und kommen von der Gezeitenzone bis in Tiefseeregionen jenseits von 10.000 Metern vor. Ihr bevorzugtes Habitat umfasst Felsküsten, Korallenriffe, Seegraswiesen, Sandböden und sogar Mangrovengebiete.

Die meisten Arten leben sessil, also festsitzend, auf hartem Untergrund. Einige Spezies wie die Röhrenanemone (Ceriantharia, streng genommen eine eigene Ordnung) graben sich in weiche Sedimente ein. Andere heften sich an Schneckenhäuser, die von Einsiedlerkrebsen bewohnt werden, oder siedeln auf den Schalen von Muscheln. In gemäßigten Breiten gehört die Pferdeaktinie (Actinia equina) zu den häufigsten Vertretern, während in tropischen Riffen die Prachtanemone (Heteractis magnifica) und die Riesenanemone (Stichodactyla) verbreitet sind.

Ernährung

Seeanemonen sind Räuber und ernähren sich überwiegend von kleinen Fischen, Garnelen, Krebstieren, Schnecken und Zooplankton. Die Beute wird durch die Nesselzellen der Tentakel gelähmt oder getötet und anschließend zur Mundöffnung transportiert. Die Verdauung findet im Gastralraum statt, einer sackartigen Körperhöhle, die zugleich als Magen und Darm dient. Unverdauliche Reste werden über die Mundöffnung wieder ausgestoßen, da Seeanemonen keinen separaten After besitzen.

Viele tropische Arten decken einen erheblichen Teil ihres Energiebedarfs durch die Photosynthese-Produkte ihrer symbiotischen Zooxanthellen. Diese Algen produzieren Zucker und Sauerstoff, die direkt an die Anemone abgegeben werden. Im Gegenzug erhalten die Zooxanthellen Schutz und Nährstoffe – insbesondere Stickstoff- und Phosphorverbindungen – aus dem Stoffwechsel der Anemone.

Verhalten & Lebensweise

Obwohl Seeanemonen überwiegend sessil leben, sind sie durchaus zur Fortbewegung fähig. Sie können ihre Fußscheibe langsam über den Untergrund gleiten lassen, sich von der Unterlage lösen und mit der Strömung treiben oder sich durch rhythmisches Aufblasen und Zusammenziehen über kurze Strecken bewegen. Einige Arten wie die Schwimmanemone (Stomphia coccinea) lösen sich bei Kontakt mit Fressfeinden wie bestimmten Seesternen vom Substrat und schwimmen durch peitschende Körperbewegungen davon.

Seeanemonen besitzen kein zentrales Nervensystem, sondern ein diffuses Nervennetz. Dennoch reagieren sie differenziert auf Reize: Sie ziehen ihre Tentakel bei mechanischer Störung ein und können artfremde Anemonen durch sogenannte Kampftentakel (Akrorhagen) angreifen, um ihr Revier zu verteidigen. Diese spezialisierten Tentakel sind mit besonders potenten Nesselzellen ausgestattet und können beim Konkurrenten Gewebeschäden verursachen.

Die berühmteste Verhaltensbeziehung ist die Symbiose mit Anemonenfischen (Amphiprioninae). Die Fische sind durch eine spezielle Schleimschicht vor den Nesselzellen geschützt und finden zwischen den Tentakeln Schutz vor Fressfeinden. Im Gegenzug vertreiben sie Falterfische, die an den Tentakeln fressen würden, und ihre Ausscheidungen liefern der Anemone Nährstoffe.

Fortpflanzung & Aufzucht

Seeanemonen vermehren sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung geben die Tiere Ei- und Samenzellen ins freie Wasser ab, wo die Befruchtung stattfindet. Einige