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Seestern

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Tierart – Wirbellose > Nesseltiere & Stachelhäuter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Asteroidea (Klasse)
  • Stamm: Stachelhäuter (Echinodermata)
  • Klasse: Asteroidea
  • Ordnungen: u. a. Valvatida, Forcipulatida, Paxillosida, Spinulosida, Velatida, Brisingida, Notomyotida
  • Anzahl bekannter Arten: ca. 1.900
  • Lebensraum: Meeresböden aller Ozeane, von der Gezeitenzone bis in die Tiefsee
  • Größe: 1 cm (Zwergseesterne) bis über 1 m Armdurchmesser (Sonnenstern)
  • Gewicht: wenige Gramm bis ca. 5 kg
  • Lebenserwartung: 5–35 Jahre, artabhängig

Aussehen & Merkmale

Seesterne besitzen einen abgeflachten Körper mit einer zentralen Körperscheibe, von der typischerweise fünf Arme abgehen. Diese fünfstrahlige Radiärsymmetrie ist ein Grundmerkmal der Stachelhäuter, wobei einige Arten wie der Sonnenstern (Pycnopodia helianthoides) bis zu 24 Arme ausbilden können. Der Körper ist von einem Kalkskelett aus einzelnen, in die Haut eingelagerten Kalkplättchen – sogenannten Ossikeln – gestützt. Diese verleihen dem Tier Stabilität, ohne die Flexibilität der Arme einzuschränken.

Die Oberseite (Aboralseite) trägt je nach Art Stacheln, Warzen oder kurze Dornen, die dem Stammnamen Echinodermata – wörtlich „Stachelhäuter" – zugrunde liegen. Zwischen diesen Strukturen sitzen winzige zangenförmige Greiforgane, die Pedicellarien, die der Reinigung der Körperoberfläche dienen und Aufwuchs oder Parasiten entfernen. Die Unterseite (Oralseite) weist in jedem Arm eine ambulakrale Rinne auf, in der sich Hunderte kleiner Saugfüßchen – die Ambulakralfüßchen – befinden. Diese werden hydraulisch über das sogenannte Ambulakralsystem (Wassergefäßsystem) gesteuert und dienen der Fortbewegung, Nahrungsaufnahme und Anheftung am Substrat.

Die Färbung variiert stark: Von leuchtendem Orange und Rot (Gemeiner Seestern, Asterias rubens) über Violett und Blau (Blauer Seestern, Linckia laevigata) bis hin zu gedecktem Braun oder Grau bei Arten der Tiefsee. Die Farbgebung entsteht durch Carotinoide und andere Pigmente in der Haut.

Lebensraum & Verbreitung

Seesterne kommen in sämtlichen Weltmeeren vor – von arktischen Gewässern bis in tropische Korallenriffe, von der Gezeitenzone bis in Tiefen von über 6.000 Metern. Ihr Verbreitungsgebiet ist damit eines der größten unter den wirbellosen Meerestieren. Der Gemeine Seestern (Asterias rubens) ist in der Nordsee und im Nordostatlantik eine der häufigsten Arten und besiedelt dort felsige Küstenabschnitte, Muschelbänke und sandige Böden. In tropischen Regionen bewohnen Arten wie der Dornenkronenseestern (Acanthaster planci) Korallenriffe, wo sie als Korallenräuber eine bedeutende ökologische Rolle einnehmen.

Das bevorzugte Habitat reicht von Hartsubstraten wie Fels und Korallen über Weichböden aus Sand und Schlick bis hin zu Seegraswiesen. Einige Arten der Ordnung Brisingida leben ausschließlich in der Tiefsee und haben sich an extrem niedrige Temperaturen und hohen Druck angepasst.

Ernährung

Die meisten Seesterne sind Räuber oder Aasfresser. Viele Arten der Ordnung Forcipulatida – darunter Asterias rubens – ernähren sich vorwiegend von Muscheln und Schnecken. Dabei umklammert der Seestern die Muschelschalen mit seinen Saugfüßchen und übt einen kontinuierlichen Zug aus, bis sich die Schale einen Spalt öffnet. Anschließend stülpt er seinen Magen durch den Mund nach außen (Magenausstülpung), schiebt ihn in die Muschel und verdaut das Weichgewebe außerhalb des eigenen Körpers. Dieses extrakorporale Verdauungsverfahren ist ein Alleinstellungsmerkmal der Seesterne.

Andere Arten wie der Dornenkronenseestern fressen Korallenpolypen, indem sie ihren Magen über die Korallenoberfläche legen. Detritusfresser der Ordnung Paxillosida nehmen organische Partikel vom Meeresboden auf. Einige Tiefseesterne der Ordnung Brisingida strecken ihre langen Arme in die Strömung und filtrieren Plankton und Schwebstoffe aus dem Wasser.

Verhalten & Lebensweise

Seesterne sind überwiegend bodenbewohnend (benthisch) und bewegen sich langsam über das Substrat. Die Fortbewegungsgeschwindigkeit liegt bei den meisten Arten zwischen wenigen Zentimetern und einem Meter pro Minute. Viele Arten sind vorwiegend nachtaktiv oder dämmerungsaktiv und verbergen sich tagsüber unter Steinen oder in Spalten. Seesterne leben solitär und bilden keine sozialen Gruppen. Territoriales Verhalten ist nicht bekannt; allerdings kann es an Nahrungsquellen zu Ansammlungen kommen, wenn chemische Signalstoffe (etwa von verletzten Muscheln) mehrere Individuen anlocken.

Zur Orientierung nutzen Seesterne einfache Lichtsinnesorgane an den Armspitzen, sogenannte Ocelli, die Hell-Dunkel-Unterschiede und grobe Umrisse wahrnehmen können. Chemische Reize werden über spezialisierte Sinneszellen der Haut registriert und spielen eine zentrale Rolle bei der Nahrungssuche.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die meisten Seesterne sind getrenntgeschlechtlich, wobei äußerlich kein Geschlechtsdimorphismus erkennbar ist. Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend durch externe Befruchtung: Männchen und Weibchen geben Spermien bzw. Eizellen gleichzeitig