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Seewespe

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Tierart – Wirbellose > Nesseltiere & Stachelhäuter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Chironex fleckeri
  • Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
  • Klasse: Würfelquallen (Cubozoa)
  • Ordnung: Chirodropida
  • Familie: Chirodropidae
  • Gattung: Chironex
  • Lebensraum: Küstengewässer des tropischen Indopazifik, vor allem Nordaustralien
  • Größe: Schirmdurchmesser bis 30 cm; Tentakel bis 3 m Länge
  • Gewicht: bis ca. 2 kg
  • Lebenserwartung: etwa 1 Jahr

Aussehen & Merkmale

Die Seewespe gehört zur Klasse der Würfelquallen (Cubozoa) und verdankt ihren Namen der charakteristisch würfelförmigen Gestalt ihres Schirms. Dieser Glocken- oder Schirmkörper ist nahezu transparent und blass bläulich gefärbt, was die Qualle im Wasser äußerst schwer erkennbar macht. Der Schirm erreicht einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern und besteht aus einer gallertartigen Substanz, der sogenannten Mesoglea, die von zwei dünnen Zellschichten – Epidermis und Gastrodermis – umgeben wird.

An jeder der vier Ecken des Schirms sitzen sogenannte Pedalien, handförmig verzweigte Strukturen, von denen jeweils bis zu 15 Tentakel ausgehen. Ein erwachsenes Tier kann somit insgesamt bis zu 60 Tentakel tragen, die im ausgestreckten Zustand eine Länge von drei Metern erreichen. Die Tentakel sind dicht mit Nesselzellen (Cnidozyten) besetzt. Jede einzelne Tentakel trägt schätzungsweise 500.000 dieser Nesselzellen, die bei Berührung mit einer Beute oder einem potenziellen Feind explosionsartig ihren Nesselfaden ausschleudern und dabei ein hochwirksames Gift injizieren.

Eine anatomische Besonderheit der Würfelquallen ist das Vorhandensein von 24 Augen, die in vier Gruppen zu je sechs Augen – sogenannte Rhopalien – angeordnet sind. Zwei dieser Augen je Gruppe besitzen sogar Linsen, Netzhaut und Hornhaut und ermöglichen eine für Nesseltiere ungewöhnlich differenzierte visuelle Wahrnehmung.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Seewespe erstreckt sich über die tropischen und subtropischen Küstengewässer des Indopazifik. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt an der Nordküste Australiens, von der Exmouth-Region in Westaustralien über das Northern Territory bis nach Queensland. Darüber hinaus existieren Nachweise aus den Küstengewässern Papua-Neuguineas, der Philippinen, Vietnams und Malaysias.

Das bevorzugte Habitat sind flache, warme Küstenabschnitte mit sandigem Grund, Flussmündungen und Mangrovenbuchten. Die Tiere halten sich vorwiegend in Wassertiefen von wenigen Metern auf und nähern sich bei Flut den Stränden, was die Gefahr für badende Menschen erhöht. In Nordaustralien treten Seewespen saisonal gehäuft zwischen Oktober und Mai auf – der sogenannten „Stinger Season" – wenn die Wassertemperaturen über 25 °C steigen und die Niederschläge zunehmen.

Ernährung

Die Seewespe ist ein aktiver Räuber und ernährt sich überwiegend von kleinen Fischen und Garnelen. Anders als viele andere Quallen, die passiv in der Strömung treiben und dabei zufällig auf Beute stoßen, jagt Chironex fleckeri gezielt. Die Tentakel werden dabei wie ein Schleppnetz eingesetzt: Berührt ein Beutetier die Tentakel, entladen sich die Nesselzellen in Millisekunden und injizieren ein Gift, das die Beute nahezu augenblicklich lähmt. Durch das schnelle Abtöten wird verhindert, dass sich zappelnde Fische in den empfindlichen Tentakeln verfangen und diese beschädigen. Die gelähmte Beute wird anschließend zum Schirm transportiert und über die Mundöffnung in den Gastralraum aufgenommen, wo die extrazelluläre Verdauung stattfindet.

Verhalten & Lebensweise

Seewespen sind überwiegend tagaktiv und nutzen ihre gut entwickelten Linsenaugen zur Orientierung und Hinderniserkennung. Sie bewegen sich durch rhythmisches Zusammenziehen ihres Schirms aktiv fort und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu sechs Kilometern pro Stunde – deutlich schneller als die meisten anderen Quallen. Dadurch können sie Strömungen überwinden und gezielt bestimmte Bereiche ihres Habitats aufsuchen.

Nachts sinken die Tiere häufig zu Boden und ruhen dort inaktiv auf dem Sediment. Die Annäherung an flache Küstenbereiche erfolgt bevorzugt bei ruhiger See und auflaufendem Wasser. Seewespen sind Einzelgänger und bilden keine Schwärme, obwohl gelegentlich mehrere Individuen in einem eng begrenzten Küstenabschnitt gleichzeitig auftreten können.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Lebenszyklus der Seewespe umfasst – wie bei allen Nesseltieren – einen Generationswechsel zwischen einer sessilen Polypengeneration und einer freischwimmenden Medusengeneration. Die geschlechtsreifen Medusen geben Eizellen und Spermien ins freie Wasser ab, wo die Befruchtung stattfindet. Aus den befruchteten Eiern entwickeln sich Planula-Larven, die sich am Meeresboden festsetzen und zu winzigen Polypen heranwachsen. Diese Polypen vermehren sich asexuell durch Knospung und setzen schließlich junge Medusen frei, die innerhalb weniger Monate zur vollen Größe heranwachsen.

Die gesamte Lebensdauer einer Meduse beträgt vermutlich nicht mehr als ein Jahr. Die Fortpflanzung findet gegen Ende des australischen Sommers statt, woraufhin die adulten Tiere absterben.

Bedrohung & Schutzstatus

Die Seewespe wird derzeit nicht in der Roten Liste der IUCN geführt und gilt nicht als gefährdete Art. Über genaue Bestandszahlen liegen keine verlässlichen