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Smaragdlibelle

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Tierart – Insekten > Libellen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cordulia aenea (Linnaeus, 1758)
  • Ordnung: Libellen (Odonata)
  • Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
  • Familie: Falkenlibellen (Corduliidae)
  • Gattung: Cordulia
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Gewässer, Moorgewässer, Waldweiher
  • Körperlänge: 47–55 mm
  • Flügelspannweite: 65–75 mm
  • Gewicht: ca. 0,5–1 g
  • Lebenserwartung: 2–3 Jahre (davon ca. 2 Jahre als Larve); Imagines leben wenige Wochen
  • Flugzeit: Mai bis Juli

Aussehen & Merkmale

Die Smaragdlibelle verdankt ihren deutschen Namen den leuchtend grünen Augen, die im Licht metallisch schimmern. Der gesamte Körperbau wirkt gedrungen und kräftig. Thorax und Hinterleib (Abdomen) zeigen eine dunkel bronzefarbene bis kupfergrüne Metallic-Färbung, die unter direkter Sonneneinstrahlung besonders intensiv hervortritt. Die Brust (Thorax) ist dicht mit feinen, gelblich-grünen Härchen bedeckt, was die Smaragdlibelle von vielen anderen Großlibellen unterscheidet.

Die Flügel sind hyalin, also durchsichtig, und tragen an der Basis einen schwach gelblichen Hauch. Das Flügelmal (Pterostigma) ist dunkelbraun bis schwarz. Männchen und Weibchen ähneln sich auf den ersten Blick, lassen sich jedoch bei genauerer Betrachtung unterscheiden: Männchen besitzen ein schlankeres Abdomen mit einer deutlichen Einschnürung am dritten Segment und leicht keulenförmig verbreiterten hinteren Segmenten. Weibchen wirken insgesamt etwas fülliger, und ihr Hinterleib verläuft gleichmäßiger.

Die Larven der Smaragdlibelle sind braungrün gefärbt, relativ breit gebaut und mit kurzen Dornen auf dem Abdomen versehen. Sie leben am Gewässergrund zwischen Falllaub und Detritus, wo ihre Färbung eine wirksame Tarnung bietet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Cordulia aenea erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Die Art kommt von Westeuropa über Mittel- und Nordeuropa bis nach Sibirien und Japan vor. In Mitteleuropa gehört die Smaragdlibelle zu den verbreiteten, wenn auch nicht überall häufigen Libellenarten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sie regelmäßig anzutreffen.

Als Habitat bevorzugt die Smaragdlibelle stehende oder sehr langsam fließende Gewässer mit einer gut entwickelten Ufervegetation. Besonders geeignete Biotope sind Waldweiher, Moorgewässer, Altarme, Teiche und kleinere Seen mit saurem bis leicht saurem Wasser. Entscheidend für das Vorkommen ist ein ausreichend dichter Bewuchs der Uferzone mit Seggen, Binsen oder Schilf. Offene, stark besonnte Gewässer ohne schützende Gehölzstrukturen werden gemieden. Die Larven benötigen eine Schicht aus Falllaub oder organischem Sediment am Gewässergrund, in der sie sich eingraben können.

Ernährung

Wie alle Großlibellen ist die Smaragdlibelle ein reiner Prädator. Die adulten Tiere (Imagines) erbeuten im Flug kleine Insekten wie Mücken, Fliegen, Blattläuse und andere Kleininsekten. Die Jagd erfolgt überwiegend im patrouillenartigen Flug entlang von Waldrändern, Lichtungen und über Gewässern. Dabei nutzt die Smaragdlibelle ihre großen Facettenaugen, die ein nahezu lückenloses Gesichtsfeld ermöglichen, und ihre nach vorn gerichteten Fangbeine, mit denen sie Beutetiere im Flug greifen kann.

Die Larven ernähren sich ebenfalls räuberisch. Zu ihrem Nahrungsspektrum zählen Wasserflöhe (Daphnien), Mückenlarven, kleine Würmer und andere Wirbellose des Gewässerbodens. Die Larven nutzen eine spezielle Fangmaske (Labium), die blitzartig vorgeschleudert wird, um Beute zu ergreifen – ein Mechanismus, der allen Libellenlarven gemeinsam ist.

Verhalten & Lebensweise

Die Smaragdlibelle ist tagaktiv und zeigt ein ausgeprägtes Revierverhalten. Männchen patrouillieren während der Flugzeit ausdauernd über Gewässeroberflächen und entlang von Uferzonen. Sie fliegen dabei typischerweise in einer Höhe von ein bis zwei Metern in gleichmäßigen Bahnen. Ihr Flug ist schnell, wendig und durch kurze Schwebephasen unterbrochen. Artgenossen werden aus dem beanspruchten Revier vertrieben; es kommt zu kurzen, intensiven Verfolgungsjagden.

Abseits der Gewässer ruhen Smaragdlibellen bevorzugt an besonnten Stellen in Baumkronen oder auf Sträuchern. Die Tiere sind wärmeliebend und fliegen vorwiegend bei Sonnenschein. Bei bedecktem Himmel oder kühler Witterung bleiben sie in der Vegetation verborgen. Anders als manche tropische Arten zeigen europäische Falkenlibellen kein Zugverhalten; die Überwinterung findet ausschließlich im Larvenstadium statt.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet im Flug oder an einem erhöhten Ansitz statt. Das Männchen ergreift das Weibchen mit seinen Hinterleibsanhängen (Cerci) am Hinterkopf, worauf sich das typische Paarungsrad bildet – eine bei allen Libellen vorkommende Kopulationsstellung. Die gesamte Paarung dauert nur wenige Minuten.

Nach der Begattung legt das Weibchen die Eier allein ab. Es fliegt dabei dicht über der Wasseroberfläche und tippt die Hinterleibsspitze rhythmisch ins Wasser, wobei bei jedem Kontakt ein kleines Eipaket abgegeben wird. Die Eiablage erfolgt bevorzugt in Bere