Veränderliche Krabbenspinne
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Misumena vatia
- Ordnung: Webspinnen (Araneae)
- Familie: Krabbenspinnen (Thomisidae)
- Gattung: Misumena
- Lebensraum: Blütenreiche Wiesen, Gärten, Waldränder, Hecken
- Größe: Weibchen 9–11 mm Körperlänge, Männchen 3–5 mm
- Gewicht: ca. 0,2–0,5 g (Weibchen)
- Lebenserwartung: etwa 1–2 Jahre
Aussehen & Merkmale
Die Veränderliche Krabbenspinne gehört zu den auffälligsten einheimischen Spinnenarten, vor allem wegen ihrer Fähigkeit zum Farbwechsel. Der Körperbau ist typisch für Krabbenspinnen: Der Vorderkörper (Prosoma) ist relativ flach, die beiden vorderen Beinpaare sind deutlich länger und kräftiger als die hinteren und werden seitlich abgespreizt gehalten – daher der Name „Krabbenspinne". Diese Haltung erinnert an die Scheren von Krebstieren.
Weibchen sind erheblich größer als Männchen und zeigen die namensgebende Farbvariabilität: Ihre Grundfärbung wechselt zwischen Weiß, Hellgelb und Grünlichgelb. Dieser Farbwechsel wird durch Einlagerung oder Abbau des Pigments Ommochrom in den äußeren Zellschichten der Haut (Hypodermis) gesteuert und dient der Anpassung an die jeweilige Blütenfarbe. Der Wechsel von Weiß zu Gelb dauert etwa 10 bis 25 Tage, der Rückwechsel zu Weiß kann in rund 6 Tagen erfolgen. Auf dem Hinterleib (Opisthosoma) tragen manche Weibchen seitlich rötliche oder grünliche Längsstreifen.
Männchen sind wesentlich kleiner und dunkler gefärbt. Ihr Prosoma ist dunkelbraun bis schwärzlich, die vorderen Beinpaare sind ebenfalls dunkel gezeichnet. Der Hinterleib kann gelblich-weiß bis cremefarben sein, oft mit zwei dunklen Längsstreifen. Ein Farbwechsel findet bei Männchen nicht statt.
Wie alle Webspinnen besitzt die Veränderliche Krabbenspinne acht Augen, die beim Thomisidae-Typus relativ klein und in zwei leicht gebogenen Reihen angeordnet sind. Die Cheliceren (Kieferklauen) sind im Verhältnis zur Körpergröße kräftig entwickelt und tragen Giftdrüsen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Misumena vatia erstreckt sich über die gesamte Holarktis. In Europa kommt die Art von der Iberischen Halbinsel bis nach Skandinavien vor, ebenso in weiten Teilen Asiens und in Nordamerika. In Mitteleuropa ist sie weit verbreitet und zählt zu den häufigsten Krabbenspinnen.
Als Habitat bevorzugt die Art blütenreiche Biotope: extensiv genutzte Wiesen, Ruderalflächen, sonnige Waldränder, Gärten und Heiden. Entscheidend ist das Vorhandensein geeigneter Blütenpflanzen, auf denen sie ihre Lauerjagd betreiben kann. Typische Sitzpflanzen sind Doldenblütler, Margeriten, Korbblütler und Hahnenfußgewächse. In höheren Lagen ist die Art bis etwa 2.000 Meter Seehöhe anzutreffen.
Ernährung
Die Veränderliche Krabbenspinne ist eine reine Lauerjägerin und baut kein Fangnetz. Sie sitzt regungslos auf Blüten und wartet, bis ein Bestäuber – etwa eine Honigbiene, Hummel, Schwebfliege oder ein Schmetterling – in Reichweite kommt. Die kräftigen vorderen Beinpaare schnellen blitzschnell vor und fixieren die Beute, während ein Giftbiss in den Kopf- oder Brustbereich das Opfer lähmt. Das Gift ist für Insekten hochwirksam und kann auch Beutetiere überwältigen, die erheblich größer sind als die Spinne selbst. Weibchen erbeuten regelmäßig Honigbienen und Hummeln, die ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichts wiegen.
Die Verdauung erfolgt – wie bei allen Webspinnen – extraintestinal: Die Spinne injiziert Verdauungsenzyme in die Beute und saugt die verflüssigte Nahrung anschließend auf. Zurück bleibt eine leere Hülle des Beutetiers.
Verhalten & Lebensweise
Misumena vatia ist überwiegend tagaktiv, da sie auf den Besuch blütenbesuchender Insekten angewiesen ist. Die Spinne lebt solitär und hält kein festes Revier. Wird eine Blüte unproduktiv, wechselt sie zu einer anderen. Die Ortswahl richtet sich nach der Besuchsfrequenz von Bestäubern – Untersuchungen zeigen, dass die Spinnen bevorzugt Blüten mit hoher Insektenfrequenz aufsuchen.
Der Farbwechsel dient primär der Tarnung gegenüber Beutetieren. Ob er auch vor Fressfeinden wie Vögeln schützt, wird in der Forschung kontrovers diskutiert. Einige Studien legen nahe, dass der Tarneffekt vor allem gegenüber den UV-empfindlichen Augen der Beuteinsekten wirksam ist. Auf weißen Blüten sitzende weiße Weibchen erbeuten tatsächlich signifikant mehr Insekten als farblich nicht angepasste Tiere.
Die Fortbewegung erfolgt seitwärts oder vorwärts in langsamen, bedächtigen Schritten – ein weiteres krabbenartiges Merkmal der Thomisidae.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit liegt in Mitteleuropa zwischen Mai und Juli. Die deutlich kleineren Männchen suchen aktiv nach Weibchen und nähern sich vorsichtig. Eine eigentliche Balz findet nicht statt; das Männchen klettert direkt auf das Weibchen und überträgt mithilfe seiner Pedipalpen (umgewandelte Taster) die Spermien in die Geschlechtsöffnung (Epigyne) des Weibchens. Aufgrund des extremen Größenunterschieds (sexueller Dim