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Weichkoralle

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Tierart – Wirbellose > Nesseltiere & Stachelhäuter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Alcyonacea (Ordnung; zahlreiche Gattungen und Arten, z. B. Alcyonium, Sinularia, Sarcophyton, Dendronephthya)
  • Stamm: Nesseltiere (Cnidaria)
  • Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
  • Unterklasse: Achtstrahlige Korallen (Octocorallia)
  • Ordnung: Alcyonacea
  • Familien: u. a. Alcyoniidae, Nephtheidae, Xeniidae, Gorgoniidae
  • Lebensraum: Tropische und gemäßigte Meere, Korallenriffe, Felsküsten, Tiefsee
  • Größe: Kolonien von wenigen Zentimetern bis über 1 Meter Höhe
  • Gewicht: Stark variabel, abhängig von Koloniegröße und Wassergehalt
  • Lebenserwartung: Mehrere Jahrzehnte, einzelne Kolonien potenziell über 100 Jahre

Aussehen & Merkmale

Weichkorallen unterscheiden sich grundlegend von den Steinkorallen (Scleractinia) durch das Fehlen eines massiven Kalkskeletts. Ihr Körperbau ist flexibel und lederartig. Das Stützgerüst besteht aus winzigen Kalknadeln, sogenannten Skleriten, die in das Gewebe (Mesogloea) eingebettet sind. Diese Skleriten variieren je nach Art in Form und Größe und dienen als wichtiges Bestimmungsmerkmal in der Taxonomie.

Weichkorallen bilden Kolonien aus zahlreichen genetisch identischen Einzelpolypen. Jeder Polyp besitzt – typisch für die Unterklasse Octocorallia – exakt acht gefiederte Tentakel und acht Mesenterien (Gewebesepten im Gastralraum). Die Tentakel tragen Nesselzellen (Cnidozyten), die zur Nahrungsaufnahme und Verteidigung eingesetzt werden.

Die Farbvielfalt ist enorm: Je nach Art und Standort reicht das Spektrum von Weiß, Rosa und Rot über Orange und Gelb bis hin zu tiefem Violett. Viele Arten beherbergen symbiotische Algen (Zooxanthellen), die zusätzlich zur Färbung beitragen. Andere, vor allem in tieferem Wasser siedelnde Gattungen wie Dendronephthya, sind zooxanthellenfrei und zeigen leuchtende Farben durch körpereigene Pigmente.

Die Wuchsformen sind vielfältig: Es gibt baumförmig verzweigte Kolonien, pilzförmige Strukturen, krustenbildende Überzüge und lappige, polsterartige Formen. Gorgonien (Hornkorallen), die vielfach ebenfalls zu den Weichkorallen gezählt werden, entwickeln fächerförmige oder peitschenartige Strukturen mit einer Hornachse aus Gorgonin.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Weichkorallen erstreckt sich über alle Weltmeere, mit dem Schwerpunkt in den tropischen und subtropischen Regionen des Indopazifiks. Besonders artenreich besiedelt sind die Korallenriffe des Roten Meeres, des Indo-Australischen Archipels und der westlichen Pazifikinseln. In gemäßigten Breiten kommen Vertreter wie die Tote Mannshand (Alcyonium digitatum) an den europäischen Atlantikküsten und in der Nordsee vor.

Als Habitat dienen Riffhänge, Riffkämme, Lagunen, Felsvorsprünge und Hartsubstrate aller Art. Die Tiefenverteilung reicht von der Gezeitenzone bis in die Tiefsee. Strömungsreiche Standorte werden bevorzugt, da Weichkorallen für die Nahrungsaufnahme auf Wasserbewegung angewiesen sind. In vielen Riffen des Indopazifiks bilden Weichkorallen das dominierende Biotop und übertreffen in der Flächendeckung stellenweise sogar die Steinkorallen.

Ernährung

Die Ernährung der Weichkorallen ist je nach Art zweigeteilt. Zooxanthellentragende Arten wie Sinularia oder Sarcophyton decken einen erheblichen Teil ihres Energiebedarfs durch die Photosyntheseleistung ihrer endosymbiotischen Dinoflagellaten. Die Algen geben Zucker und andere organische Verbindungen an das Wirtsgewebe ab.

Darüber hinaus betreiben alle Weichkorallen aktive Nahrungsaufnahme als Filtrierer. Die Polypen fangen mit ihren Tentakeln Phytoplankton, Zooplankton und gelöste organische Partikel aus der Wasserströmung. Azooxanthellate Arten wie Dendronephthya sind vollständig auf diese heterotrophe Ernährungsweise angewiesen und benötigen deshalb Standorte mit starker Strömung und hohem Planktonangebot.

Verhalten & Lebensweise

Weichkorallen sind sessile, also ortsfeste Organismen. Dennoch zeigen sie durchaus aktive Verhaltensweisen. Viele Arten können ihren Körper durch Aufnahme oder Abgabe von Wasser erheblich vergrößern oder zusammenziehen. Diese Schwellung dient dem Lichteinfang der Zooxanthellen bei Tag, während die Kolonien nachts oder bei Störung häufig kontrahieren.

Einige Gattungen wie Xenia zeigen rhythmische Pumpbewegungen ihrer Polypen, die vermutlich dem Gasaustausch und der Nährstoffverteilung dienen. Die Polypenaktivität folgt häufig einem Tag-Nacht-Rhythmus: Tagsüber öffnen sich die Polypen zooxanthellentragender Arten zur Lichtexposition, während nachtaktive Filtrierer ihre Tentakel vorwiegend im Dunkeln entfalten.

Zur Verteidigung ihres Reviers gegenüber konkurrierenden Korallen und anderen Riffbewohnern setzen viele Weichkorallen chemische Abwehrstoffe (Terpene und andere Sekundärmetabolite) ein. Diese Substanzen hemmen das Wachstum benachbarter Organismen – ein Phänomen, das als Allelopathie bezeichnet wird.

Fortpflanzung & Aufzucht

Weichkorallen vermehren sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich. Bei der sexuellen Fortpfl