Weichschildkröte
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Trionychidae (Familie)
- Ordnung: Testudines (Schildkröten)
- Unterordnung: Cryptodira (Halsberger-Schildkröten)
- Familie: Trionychidae (Weichschildkröten)
- Gattungen: ca. 13, darunter Apalone, Pelodiscus, Trionyx, Rafetus, Chitra
- Anzahl der Arten: etwa 30 rezente Arten
- Lebensraum: Süßgewässer – Flüsse, Seen, Sümpfe, Teiche
- Größe: je nach Art 25 cm bis über 200 cm Panzerlänge
- Gewicht: je nach Art 0,5 kg bis über 100 kg
- Lebenserwartung: 25–50 Jahre, einzelne Arten deutlich länger
Aussehen & Merkmale
Weichschildkröten unterscheiden sich äußerlich grundlegend von den meisten anderen Schildkrötenarten. Ihr namensgebendes Merkmal ist der stark reduzierte Knochenpanzer, der von einer lederartigen, biegsamen Haut überzogen wird. Die äußeren Hornschilde (Scuta), die bei Hartschildkröten den Panzer bedecken, fehlen vollständig. Der Carapax (Rückenpanzer) ist flach, oval bis rund geformt und an den Rändern weich und flexibel. Der Plastron (Bauchpanzer) ist ebenfalls verkleinert und teilweise knorpelig.
Der Kopf ist relativ klein, der Hals lang und sehr beweglich. Die Schnauze läuft in einen kurzen, rüsselartigen Fortsatz aus, an dessen Spitze die Nasenlöcher sitzen. Diese Rüsselnase ermöglicht es den Tieren, knapp unter der Wasseroberfläche Luft zu holen, ohne den Körper aus dem Wasser zu heben. Die Kiefer sind kräftig und von scharfkantigen Hornleisten umgeben, die bei manchen Arten wie Schneidwerkzeuge wirken. Echte Zähne fehlen wie bei allen Schildkröten.
Die Gliedmaßen sind zu breiten, kräftigen Schwimmflossen umgestaltet. Jede Extremität trägt in der Regel drei Krallen – ein Merkmal, das zur Bezeichnung Trionychidae (griechisch: „Dreikraller") geführt hat. Die Hautfarbe variiert je nach Art von olivgrün über braun bis grau, häufig mit dunklen Flecken oder Linien, die eine gute Tarnung auf dem Gewässergrund bieten.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Weichschildkröten erstreckt sich über weite Teile Asiens, Nordamerikas und Afrikas. In Asien leben die meisten Arten, von der Chinesischen Weichschildkröte (Pelodiscus sinensis) über die Ganges-Weichschildkröte (Nilssonia gangetica) bis zur extrem seltenen Jangtse-Riesenweichschildkröte (Rafetus swinhoei). In Nordamerika sind die drei Arten der Gattung Apalone verbreitet – die Glatte Weichschildkröte (Apalone mutica), die Florida-Weichschildkröte (Apalone ferox) und die Dornrand-Weichschildkröte (Apalone spinifera). In Afrika kommt die Gattung Trionyx mit der Afrikanischen Weichschildkröte (Trionyx triunguis) vor, die auch im östlichen Mittelmeerraum anzutreffen ist.
Das bevorzugte Habitat sind langsam fließende oder stehende Süßgewässer mit weichem, schlammigem oder sandigem Grund. Flüsse, Altarme, Seen, Teiche und Sümpfe bilden das typische Biotop. Einige Arten tolerieren leicht brackiges Wasser. Die Gewässer müssen eine gewisse Tiefe aufweisen und Zugang zu flachen Uferzonen mit geeigneten Eiablageplätzen bieten.
Ernährung
Weichschildkröten sind überwiegend carnivor. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Fischen, Krebstieren, Insektenlarven, Schnecken, Muscheln und Würmern. Größere Arten erbeuten auch Frösche und kleine Wasservögel. Gelegentlich werden pflanzliche Bestandteile aufgenommen, etwa Wasserpflanzen oder Fallobst, sodass einige Arten als omnivor gelten können.
Die Jagdstrategie beruht häufig auf Lauerjagd: Die Schildkröte gräbt sich flach in den Bodengrund ein, sodass nur die Augen und die Rüsselnase herausragen, und wartet auf vorbeikommende Beutetiere. Der lange Hals ermöglicht einen blitzschnellen Vorstoß. Die kräftigen Kiefer können harte Schalen von Muscheln und Krebsen zerdrücken.
Verhalten & Lebensweise
Weichschildkröten sind überwiegend aquatisch und verlassen das Wasser seltener als viele andere Süßwasserschildkröten. Sonnenplätze an Land werden zwar aufgesucht, doch verbringen die Tiere den Großteil ihres Lebens im Wasser. Viele Arten sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, manche zeigen aber auch tagsüber Aktivität.
Eine physiologische Besonderheit ist die Fähigkeit zur kutanen Atmung: Über die gut durchblutete Haut, insbesondere im Rachenraum und an der Körperoberfläche, können Weichschildkröten gelösten Sauerstoff direkt aus dem Wasser aufnehmen. Dies ermöglicht es ihnen, längere Zeit untergetaucht zu bleiben, ohne an die Oberfläche steigen zu müssen.
Weichschildkröten sind Einzelgänger und verteidigen kein festes Revier. Gegenüber Artgenossen und potenziellen Fressfeinden können sie jedoch ausgesprochen aggressiv reagieren. Die scharfkantigen Kiefer und der lange, schnell vorschnellende Hals machen auch größere Arten zu wehrhaften Tieren, die bei unvorsichtiger Handhabung empfindliche Bisswunden verursachen können.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung findet im