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Wolfspinne

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Tierart – Spinnentiere > Webspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lycosidae (Familie)
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Überordnung: Spinnentiere (Arachnida)
  • Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)
  • Anzahl der Gattungen: ca. 124
  • Anzahl der Arten: ca. 2.500 weltweit, davon rund 80 in Mitteleuropa
  • Lebensraum: Wiesen, Wälder, Ufergebiete, Gebirgsregionen, Halbwüsten – nahezu alle terrestrischen Biotope
  • Körperlänge: 3–30 mm (je nach Art)
  • Gewicht: wenige Milligramm bis ca. 3 g bei großen Arten
  • Lebenserwartung: 1–3 Jahre, einzelne Arten bis zu 5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Wolfspinnen sind kräftig gebaute, meist eher gedrungene Spinnen mit relativ langen, stämmigen Beinen. Die Grundfärbung variiert artabhängig von graubraun über sandfarben bis nahezu schwarz, wobei viele Arten eine kontrastreiche Zeichnung auf dem Prosoma (Vorderkörper) und dem Opisthosoma (Hinterkörper) aufweisen. Diese Musterung dient der Tarnung auf dem jeweiligen Untergrund – auf Kies lebende Arten sind heller gefärbt, Waldarten tendieren zu dunkleren Tönen.

Das auffälligste Merkmal ist die Augenstellung. Wolfspinnen besitzen acht Augen, die in drei Reihen angeordnet sind: vier kleine Augen in der vordersten Reihe, darüber zwei sehr große, nach vorn gerichtete Hauptaugen und dahinter zwei mittelgroße Augen. Diese Konfiguration verleiht ihnen ein ausgezeichnetes Sehvermögen, das unter Spinnen ungewöhnlich gut entwickelt ist. Die Cheliceren (Kieferklauen) sind kräftig und mit Giftklauen versehen, mit denen Beutetiere rasch überwältigt werden.

Der gesamte Körper ist dicht mit feinen Härchen bedeckt, die als Sinnesorgane fungieren und Vibrationen sowie Luftströmungen wahrnehmen. Spinnwarzen am Hinterende des Opisthosomas sind vorhanden, werden aber – anders als bei netzwebenden Spinnen – nicht zum Bau von Fangnetzen eingesetzt.

Lebensraum & Verbreitung

Wolfspinnen sind kosmopolitisch verbreitet und besiedeln alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von tropischen Regenwäldern über gemäßigte Graslandschaften und Gebirgslagen bis hin zu arktischen Tundren. In Mitteleuropa zählen sie zu den häufigsten Spinnengruppen überhaupt.

Typische Habitate sind offene und halboffene Landschaften: Trockenrasen, Heideflächen, Flussauen, Waldränder und Lichtungen, aber auch Gärten, Felder und Schutthalden. Einige Arten wie die Tarantel-Wolfspinne (Lycosa tarantula) aus dem Mittelmeerraum graben sich tiefe Wohnröhren in den Boden. Andere, etwa Vertreter der Gattung Pardosa, leben bevorzugt an Gewässerufern und können sogar kurzzeitig über die Wasseroberfläche laufen. In den Alpen finden sich Wolfspinnen bis in Höhenlagen von über 3.000 Metern.

Ernährung

Wolfspinnen sind ausnahmslos räuberisch und ernähren sich von Insekten und anderen Gliedertieren. Zum Beutespektrum gehören Fliegen, Käfer, Ameisen, Heuschrecken, Blattläuse, Asseln sowie kleinere Spinnen. Die Beute wird nicht mit Netzen gefangen, sondern aktiv gejagt. Wolfspinnen sind Lauerjäger und Verfolgungsjäger zugleich: Sie warten regungslos auf dem Boden und stürzen sich blitzschnell auf vorbeikommende Beutetiere, oder sie durchstreifen systematisch ihr Jagdrevier.

Die Beute wird mit einem Giftbiss getötet. Das Gift der mitteleuropäischen Arten ist für den Menschen harmlos und vergleichbar mit einem Mückenstich. Anschließend wird die Beute mit Verdauungsenzymen vorverdaut und die verflüssigte Nahrung aufgesaugt – ein typisches Merkmal aller Webspinnen (extraintestinale Verdauung).

Verhalten & Lebensweise

Die meisten Wolfspinnen leben als Einzelgänger am Boden. Viele Arten sind vorwiegend nachtaktiv und nutzen die Dunkelheit zur Jagd, wobei ihnen ihre lichtstarken Hauptaugen einen deutlichen Vorteil verschaffen. Tagsüber verbergen sie sich unter Steinen, in Laubstreu oder in selbst gegrabenen Erdröhren. Manche Arten wie Pardosa amentata sind dagegen auch tagaktiv und lassen sich an sonnigen Tagen beim Jagen auf offenem Gelände beobachten.

Ein festes Revier im engeren Sinne verteidigen Wolfspinnen in der Regel nicht, sie halten sich jedoch bevorzugt in einem bestimmten Aktionsradius auf. Die Fortbewegung erfolgt schnell und wendig – Wolfspinnen gehören zu den schnellsten laufenden Spinnen. Der Trivialname „Wolfspinne" leitet sich von der historischen, inzwischen widerlegten Annahme ab, dass diese Spinnen ihre Beute ähnlich wie Wölfe im Rudel hetzen. Tatsächlich jagen sie stets allein.

Im Winter ziehen sich viele Arten in frostfreie Bodenverstecke zurück. Einige Wolfspinnen überwintern als adulte Tiere, andere als Jungtiere oder im Eikokon.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet bei den meisten mitteleuropäischen Arten im Frühsommer statt. Die Balz ist artspezifisch und oft komplex: Männchen signalisieren ihre Paarungsbereitschaft durch rhythmische Vibrationsmuster der Pedipalpen und der Vorderbeine, die vom Weibchen visuell und über Substratvibrationen wahrgenommen werden. Bei manchen Arten kommen dabei auch akustische Signale hinzu, die durch Stridulation erzeugt werden.

Nach der Begattung spinnt das Weibchen einen kugelförmigen Eikokon, der je nach Art 30 bis über 100