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Würfelqualle

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Tierart – Wirbellose > Nesseltiere & Stachelhäuter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Chironex fleckeri (bekannteste Art); Klasse: Cubozoa
  • Ordnung: Chirodropida (Mehrtentaklige Würfelquallen) bzw. Carybdeida (Eintentaklige Würfelquallen)
  • Familie: Chirodropidae (für Chironex fleckeri), daneben u. a. Carybdeidae, Alatinidae
  • Gattung: Chironex, Carukia, Malo, Chiropsalmus u. a.
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Küstengewässer, Flussmündungen, Mangrovenzonen
  • Größe: Schirmdurchmesser je nach Art 1–30 cm; Tentakeln bis zu 3 m Länge
  • Gewicht: Bis ca. 2 kg (große Exemplare von Chironex fleckeri)
  • Lebenserwartung: Wenige Monate bis etwa 1 Jahr (medusoide Phase)

Aussehen & Merkmale

Würfelquallen verdanken ihren deutschen Namen der charakteristischen Schirmform: Ihr Körper – der sogenannte Schirm oder die Glocke – ist nicht halbkugelförmig wie bei vielen Schirmquallen, sondern annähernd würfelförmig mit vier abgeflachten Seiten. Der Schirm besteht aus der transparenten, gallertartigen Mesoglea und ist bei den meisten Arten nahezu durchsichtig, was die Tiere im Wasser schwer erkennbar macht.

An jeder der vier Ecken des Schirms sitzt ein Pedalium – ein muskulöses, blattartiges Anhängsel, von dem je nach Art ein einzelner oder mehrere Tentakel entspringen. Bei Chironex fleckeri können pro Pedalium bis zu 15 Tentakel wachsen, die im ausgestreckten Zustand drei Meter erreichen. Die Tentakel sind dicht mit Nesselzellen (Cnidozyten) besetzt, die bei Berührung explosionsartig winzige Harpunen – die Nematocysten – abfeuern und Gift in das Beutetier oder den Angreifer injizieren.

Ein anatomisch herausragendes Merkmal der Cubozoa sind ihre Linsenaugen. Jede Würfelqualle besitzt vier Sinnesorgane, die sogenannten Rhopalien, mit jeweils sechs Augen – insgesamt also 24 Augen. Zwei dieser Augen pro Rhopalium verfügen über eine echte Linse, eine Cornea und eine Retina. Damit sind Würfelquallen unter den Nesseltieren einzigartig in ihrer optischen Leistungsfähigkeit.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Würfelquallen erstreckt sich über tropische und subtropische Meeresregionen weltweit. Die größte Artenvielfalt findet sich im Indo-Pazifik, insbesondere vor den Küsten Nordaustraliens, in den Gewässern Südostasiens, um die Philippinen und entlang der Küsten Thailands. Einzelne Arten kommen auch im Atlantik, in der Karibik und vor der westafrikanischen Küste vor.

Das bevorzugte Habitat sind flache Küstengewässer mit Wassertemperaturen über 20 °C. Mangroven, Flussmündungen und sandige Buchten dienen als typische Biotope. In Nordaustralien treten die Tiere saisonal gehäuft zwischen Oktober und Mai auf – der sogenannten „Stinger Season". In dieser Zeit werden an vielen Stränden Warnhinweise aufgestellt und Schutznetze installiert.

Ernährung

Würfelquallen sind aktive Räuber. Sie ernähren sich vorwiegend von kleinen Fischen, Garnelen und anderen Krebstieren. Im Unterschied zu vielen anderen Quallen, die passiv mit der Strömung treiben und Beute zufällig mit ihren Tentakeln berühren, jagen Cubozoa gezielt. Ihre Linsenaugen ermöglichen ihnen, Lichtquellen, Schatten und wahrscheinlich auch Konturen wahrzunehmen, was ihnen bei der Beutesuche und der Navigation zwischen Hindernissen hilft. Die Nematocysten in den Tentakeln lähmen die Beute innerhalb von Sekunden, woraufhin die Tentakel sie zum Mundrohr an der Unterseite des Schirms transportieren.

Verhalten & Lebensweise

Würfelquallen gehören zu den wenigen Quallen, die aktiv und gerichtet schwimmen können. Durch rhythmisches Zusammenziehen ihres Schirms erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu sechs Knoten (rund 11 km/h). Sie können Hindernissen ausweichen, auf Lichtreize reagieren und gezielt bestimmte Gebiete aufsuchen. In der Dämmerung und nachts steigen viele Arten in flachere Gewässer auf, um dort zu jagen. Tagsüber halten sie sich häufig in etwas tieferem Wasser oder in der Nähe von Mangrovenwurzeln auf.

Einige Arten zeigen ein rudimentäres Aggregationsverhalten: Vor der Fortpflanzungszeit sammeln sich Individuen in bestimmten Küstenabschnitten, vermutlich gesteuert durch Wassertemperatur, Strömung und Süßwassereintrag aus Flüssen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Lebenszyklus der Würfelquallen umfasst – wie bei anderen Nesseltieren – einen Generationswechsel zwischen einer sessilen Polypenphase und einer freischwimmenden Medusenphase. Die geschlechtsreifen Medusen geben Ei- und Samenzellen ins freie Wasser ab, wo die Befruchtung stattfindet. Bei einigen Arten, etwa Copula sivickisi, wurde eine direkte Übertragung von Spermatophoren zwischen Männchen und Weibchen beobachtet – eine Form der inneren Befruchtung, die bei Quallen äußerst selten ist.

Aus der befruchteten Eizelle entwickelt sich eine Planula-Larve, die sich am Meeresboden festsetzt und zu einem winzigen Polypen heranwächst. Dieser Polyp vermehrt sich durch Knospung und bildet schließlich durch eine spezielle Metamorphose eine einzelne junge Meduse – im Unterschied zu Schirmquallen, bei denen ein Polyp durch Strobilation mehrere Medusen erzeugt. Die gesamte Lebensdauer der medusoiden Phase beträgt bei