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Zebraspringspinne

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Tierart – Spinnentiere > Webspinnen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Salticus scenicus
  • Ordnung: Webspinnen (Araneae)
  • Familie: Springspinnen (Salticidae)
  • Gattung: Salticus
  • Lebensraum: Hauswände, Mauern, Felsen, sonnenbeschienene Flächen in gemäßigten Breiten
  • Größe: Weibchen 5–7 mm, Männchen 5–6 mm Körperlänge
  • Gewicht: ca. 0,02–0,05 g
  • Lebenserwartung: etwa 1–2 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Zebraspringspinne verdankt ihren deutschen Namen der auffälligen schwarz-weißen Streifenzeichnung auf dem Opisthosoma (Hinterleib), die an das Muster eines Zebras erinnert. Der Vorderkörper (Prosoma) ist ebenfalls schwarz mit weißen oder hellgrauen Streifen an den Seiten. Die kurzen, kräftigen Beine tragen helle Ringmuster und sind mit feinen Härchen besetzt, die unter dem Mikroskop teilweise irisierend schimmern.

Wie alle Springspinnen besitzt Salticus scenicus vier Augenpaare, die in drei Reihen angeordnet sind. Besonders markant sind die beiden großen, nach vorn gerichteten Hauptaugen (Anteriormedianaugen), die dem Tier ein geradezu eulenartiges Erscheinungsbild verleihen. Diese Augen verfügen über eine bewegliche Netzhaut und ermöglichen ein scharfes, tetrarchromatisches Farbsehen – eine unter Spinnen seltene Eigenschaft. Die kleineren Seitenaugen dienen vor allem der Bewegungserkennung und erweitern das Gesichtsfeld auf nahezu 360 Grad.

Männchen und Weibchen lassen sich durch die Cheliceren (Kieferklauen) unterscheiden: Beim Männchen sind sie deutlich vergrößert und tragen einen metallisch grün schimmernden Überzug. Zudem sind die Pedipalpen der Männchen zu komplexen Kopulationsorganen umgebildet, die als Bulbus bezeichnet werden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Zebraspringspinne erstreckt sich über weite Teile der Holarktis. In Europa kommt sie von Südskandinavien bis zum Mittelmeerraum vor, ebenso in Nordamerika, wo sie vermutlich durch menschliche Aktivität eingeschleppt wurde. In Mitteleuropa gehört sie zu den häufigsten Springspinnenarten und ist nahezu flächendeckend verbreitet.

Als Habitat bevorzugt Salticus scenicus vertikale, sonnenbeschienene Flächen. Typische Biotope sind Hausfassaden, Gartenmauern, Zäune, Felsen und Brücken. Die Art ist ausgesprochen synanthrop und profitiert von menschlichen Siedlungsstrukturen, da Gebäude zahlreiche Mikrohabitate mit geeigneten Temperaturverhältnissen bieten. In naturnahen Lebensräumen besiedelt die Zebraspringspinne Felswände, Geröllhalden und Baumrinden, dort allerdings in geringerer Dichte als im Siedlungsbereich.

Ernährung

Die Zebraspringspinne ist eine aktive Jägerin, die keine Fangnetze baut. Sie erbeutet kleine Arthropoden wie Fliegen, Mücken, Blattläuse und andere Spinnen. Die Jagd erfolgt visuell: Die Spinne fixiert ihre Beute aus einer Entfernung von mehreren Zentimetern mit den Hauptaugen, nähert sich langsam und springt dann gezielt auf das Beutetier. Die Sprungdistanz kann das Zehn- bis Fünfzehnfache der Körperlänge betragen. Vor jedem Sprung befestigt die Spinne einen Sicherheitsfaden aus Seide am Untergrund, der bei einem Fehlsprung als Rettungsleine dient.

Die Verdauung erfolgt extraintestinal: Die Spinne injiziert Verdauungsenzyme in die Beute und saugt anschließend die verflüssigte Nahrung auf. Größere Beutetiere werden zunächst durch einen Giftbiss immobilisiert. Das Gift von Salticus scenicus ist für den Menschen völlig harmlos – die Cheliceren sind zu klein, um menschliche Haut zu durchdringen.

Verhalten & Lebensweise

Die Zebraspringspinne ist tagaktiv und bei warmem, sonnigem Wetter besonders rege. Sie bewegt sich ruckartig über Oberflächen, verharrt zwischendurch und dreht den Kopf in verschiedene Richtungen, um die Umgebung optisch zu erfassen. Diese Verhaltensweise unterscheidet Springspinnen deutlich von den meisten anderen Webspinnen, die primär auf Vibrationsreize reagieren.

Die Art ist solitär und beansprucht kein festes Revier. Nachts und bei ungünstiger Witterung zieht sich die Spinne in einen selbst gesponnenen Ruhekokon zurück, den sie in Ritzen, unter Steinen oder hinter loser Rinde anlegt. Diese Gespinsthöhle dient auch als Schutzraum während der Häutung. Im Winter verfällt die Zebraspringspinne in eine Kältestarre und überwintert als Jungtier oder subadultes Tier in geschützten Spalten.

Kognitive Studien haben gezeigt, dass Springspinnen der Familie Salticidae zu erstaunlichen Lernleistungen fähig sind. Sie können Umwege planen, Beutetiere unterscheiden und ihr Jagdverhalten an verschiedene Beutetypen anpassen. Salticus scenicus wurde in Experimenten dabei beobachtet, wie sie sekundäre Routen wählt, wenn der direkte Weg zur Beute versperrt ist.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in Mitteleuropa auf die Monate Mai bis Juli. Das Balzverhalten der Männchen ist komplex und visuell orientiert: Das Männchen nähert sich dem Weibchen in einer ritualisierten Abfolge von Beinbewegungen und Körperverdrehungen, bei denen es die vergrößerten Cheliceren und die gestreiften Vorderbeine präsentiert. Diese Balz dient der Arterkennung und verhindert, dass das Männchen als Beute betrachtet wird.

Reagiert das Weibchen rezeptiv, hebt es den Körper leicht an und ermöglicht dem Männchen die Kopulation über die Pedipalpen. Nach der Begattung legt das Weibchen etwa 15–35 E