Zitterspinne
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pholcus phalangioides (Große Zitterspinne)
- Ordnung: Webspinnen (Araneae)
- Familie: Zitterspinnen (Pholcidae)
- Gattung: Pholcus
- Lebensraum: Gebäude, Keller, Höhlen, frostfreie Innenräume
- Körperlänge: 7–10 mm (Weibchen), 6–8 mm (Männchen); Beinspannweite bis 70 mm
- Gewicht: ca. 0,02–0,05 g
- Lebenserwartung: etwa 2–3 Jahre
Aussehen & Merkmale
Die Große Zitterspinne besitzt einen länglich-zylindrischen Hinterleib (Opisthosoma) und einen relativ kleinen, rundlichen Vorderkörper (Prosoma). Ihr auffälligstes Merkmal sind die extrem langen, dünnen Beine, die bei ausgewachsenen Tieren eine Spannweite von bis zu sieben Zentimetern erreichen. Der Körper ist blass graubraun bis gelblich gefärbt, teils mit undeutlicher dunkler Zeichnung auf dem Prosoma. Die Cuticula erscheint leicht durchscheinend, sodass innere Organe gelegentlich schemenhaft erkennbar sind.
Wie alle Webspinnen verfügt die Zitterspinne über acht Beine und Spinndrüsen am Hinterleib. Ihre acht Augen sind in zwei eng beieinanderliegenden Dreiergruppen und einem mittleren Paar angeordnet. Die Cheliceren (Kieferklauen) sind vergleichsweise klein. Trotz vorhandener Giftdrüsen ist die Art für den Menschen völlig ungefährlich – die Kieferklauen können die menschliche Haut nicht durchdringen, und das Gift wirkt nur auf kleine Gliedertiere.
Die Zitterspinne wird gelegentlich mit Weberknechten (Opiliones) verwechselt, die ebenfalls lange, dünne Beine aufweisen. Anders als Weberknechte besitzt sie jedoch eine deutliche Trennung zwischen Vorder- und Hinterkörper sowie Spinndrüsen zur Netzproduktion.
Lebensraum & Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Großen Zitterspinne liegt vermutlich im westlichen Mittelmeerraum oder in Vorderasien. Durch die enge Bindung an menschliche Behausungen hat sich die Art als Kulturfolger mittlerweile nahezu weltweit ausgebreitet. In Mitteleuropa kommt sie fast ausschließlich synanthrop vor – das heißt, sie besiedelt Gebäude und andere von Menschen geschaffene Strukturen.
Typische Habitate sind Keller, Dachböden, Garagen, Schuppen, Treppenhäuser und wenig gestörte Zimmerecken. Die Art bevorzugt frostfreie, eher dunkle Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit. In wärmeren Regionen Südeuropas und der Subtropen findet man Zitterspinnen gelegentlich auch im Freiland, etwa in Felsspalten, Höhlen oder unter überhängenden Felsen. In Deutschland zählt Pholcus phalangioides zu den häufigsten Spinnenarten in Wohngebäuden.
Neben der Großen Zitterspinne kommt in Mitteleuropa auch die Kleine Zitterspinne (Pholcus opilionoides) vor, die etwas kompakter gebaut ist und ähnliche Biotope besiedelt. Weltweit umfasst die Familie Pholcidae über 1.800 beschriebene Arten in rund 95 Gattungen.
Ernährung
Zitterspinnen ernähren sich räuberisch von kleinen Arthropoden. Zu ihrem Beutespektrum gehören Fliegen, Mücken, Asseln, Kellerasseln, kleine Falter und andere Spinnen. Besonders hervorzuheben ist, dass Pholcus phalangioides regelmäßig andere Spinnenarten überwältigt, darunter auch die deutlich größere Hauswinkelspinne (Eratigena atrica). Die Zitterspinne nähert sich dabei dem Opfer in dessen eigenem Netz, vibriert an den Fäden und attackiert die verwirrte Beute mit schnellen Umwickelbewegungen.
Das Netz der Zitterspinne ist ein unregelmäßiges, dreidimensionales Gespinst aus nicht-klebrigen Fäden. Es dient weniger als Klebefalle, sondern eher als Stolperdraht-System: Beutetiere verfangen sich in der lockeren Struktur und werden durch die Vibrationen sofort vom Netzbewohner lokalisiert. Die Spinne eilt dann herbei und umwickelt die Beute mit weiteren Fäden, bevor sie den Giftbiss setzt.
Verhalten & Lebensweise
Zitterspinnen sind überwiegend nachtaktiv, lauern aber auch tagsüber in ihrem Netz. Sie hängen charakteristisch mit dem Bauch nach oben in der Netzstruktur. Bei Störung zeigen sie ein namensgebendes Verhalten: Die Spinne versetzt ihren Körper in extrem schnelle, kreisende Schwingungen, sodass ihre Umrisse für potenzielle Fressfeinde verschwimmen. Dieses Zittern oder Vibrieren dient der Feindabwehr und macht die Spinne im Netz optisch schwer lokalisierbar.
Anders als viele Webspinnen zeigt Pholcus phalangioides keine ausgeprägte Territorialität. Mehrere Individuen können in unmittelbarer Nachbarschaft ihre Netze anlegen, ohne dass es zu aggressiven Auseinandersetzungen kommt, sofern ausreichend Beutetiere vorhanden sind. Die Art gilt als standorttreu – einzelne Tiere halten sich monatelang am selben Netzstandort auf.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung kann ganzjährig stattfinden, da die Art in klimatisch stabilen Innenräumen lebt. Das Männchen nähert sich dem Weibchen im Netz und signalisiert durch artspezifische Vibrationen seine Paarungsbereitschaft. Die eigentliche Kopulation erfolgt über die Pedipalpen des Männchens, mit denen Spermapakete auf die Geschlechtsöffnung des Weibchens übertragen werden. Anders als bei vielen Spinnenarten wird das Männchen nach der Paarung nicht regelmäßig vom Weibchen gefressen.
Das Weibchen fertigt ke